Katja Burkard spricht über traumatische Kündigungsszenen bei RTL
Die erfahrene Moderatorin Katja Burkard, seit fast drei Jahrzehnten das Gesicht des RTL-Mittagsmagazins Punkt 12, hat sich in dem Podcast Zwischen den Zeilen mit Bettina Böttinger erstmals öffentlich zu den massiven Stellenstreichungen bei ihrem Sender geäußert. In dem emotionalen Gespräch schilderte die 60-Jährige die Ereignisse vom Tag der Kündigungswelle als einen der schwärzesten Tage in der Geschichte von RTL.
Dramatische Szenen mit medizinischen Notfällen
Burkard beschrieb, wie zwischen 14 und 16 Uhr am besagten Tag die Kündigungsschreiben per E-Mail in den Postfächern Hunderter Mitarbeiter eintrafen. Leute sind zusammengeklappt, berichtete die Moderatorin, die selbst nicht von den Entlassungen betroffen war, aber als Augenzeugin die ganz, ganz schrecklichen Szenen miterlebte. Es kam sogar zu medizinischen Notfällen, die Rettungswagen-Einsätze am Unternehmensstandort erforderlich machten. Es tut mir für jeden Einzelnen so leid, betonte Burkard mehrfach während des Gesprächs.
Strukturelle Krise der gesamten TV-Branche
Die Moderatorin ordnete die Ereignisse in einen größeren Zusammenhang ein: Das lineare Fernsehen steht vom Aussterben bedroht da, erklärte sie. Anders als vor 26 Jahren, als entlassene Mitarbeiter noch relativ einfach zu Konkurrenzsendern wie WDR oder Sat.1 wechseln konnten, sei die Situation heute ausweglos. Die Digitalisierung und der Aufstieg von Streamingdiensten hätten den Medienmarkt grundlegend umgekrempelt. Gesprächspartnerin Bettina Böttinger zeigte sich tief betroffen: Das ist schon sehr, sehr bitter, wenn Menschen plötzlich um ihre Existenz fürchten müssen.
Hintergrund der umfassenden Restrukturierung
Bei RTL Deutschland läuft seit Dezember 2025 eine umfangreiche Kündigungswelle, die den Abbau von rund 600 der insgesamt 7500 Stellen im Konzern vorsieht. Besonders betroffen ist der Bereich RTL News mit etwa 230 gestrichenen Arbeitsplätzen. Als Hauptgründe für diese drastischen Maßnahmen nennt das Unternehmen:
- Einen tiefgreifenden strukturellen Wandel im Medienmarkt
- Sinkende Werbeeinnahmen um mehr als 20 Prozent seit 2019
- Eine schwierige gesamtwirtschaftliche Konjunkturlage
Appell an Mitgefühl und notwendiges Umdenken
Katja Burkard, die in ihrer eigenen Karriere Phasen der beruflichen Unsicherheit erlebt hat, rief eindringlich zu mehr Mitgefühl für die betroffenen Kollegen auf. Gleichzeitig mahnte sie, dass der Sender und die gesamte Branche nun radikal umdenken müssten, um langfristig überleben zu können. Die Moderatorin betonte, dass die emotionale Belastung für alle Beteiligten enorm sei und die Branche vor einer ihrer größten Herausforderungen stehe.



