Münchner Wirtin mit klarer Botschaft: Das Bahnhofsviertel war nie unsicher
Seit mehr als einem Jahrhundert ist die Familie von Kathrin Wickenhäuser-Egger im südlichen Bahnhofsviertel Münchens verwurzelt. Was einst als Autohandel begann, entwickelte sich über Hotelbetriebe bis hin zur heutigen Gastronomie. Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie die Münchner Stubn direkt gegenüber dem Hauptbahnhof an der Bayerstraße. Diese tiefe Verbundenheit motiviert sie zu einem engagierten Einsatz für ihr Viertel.
Ein Verein als Stimme des Viertels
Vor 15 Jahren war Wickenhäuser-Egger Mitgründerin des Vereins Südliches Bahnhofsviertel, der Anwohner, Händler, Hoteliers, Gastronomen und Künstler vereint. „Ich habe das Gefühl, die Stadt fängt jetzt erst an, sich für das Viertel zu interessieren. Meine Sorge ist, dass dieses Engagement nach der Wahl wieder nachlässt“, erklärt die Wirtin. Sie vermutet, dass das Rathaus das Viertel lange vernachlässigte, weil dort vergleichsweise wenige Münchner leben.
Subjektive Wahrnehmung versus Realität
„Unser Viertel war noch nie unsicher. Es geht um die subjektive Wahrnehmung“, stellt Wickenhäuser-Egger klar. Sie benennt jedoch Faktoren, die ein Unwohlsein fördern können:
- Spielhallen und Wettbüros
- Tabledance-Bars
- Männergruppen auf den Straßen
- Bettelei und Drogenkriminalität
- Vermüllung öffentlicher Flächen
Die Wirtin begrüßt ausdrücklich die Maßnahmen der Stadt, insbesondere die Verlegung der Taskforce ins Bahnhofsviertel und die Streifengänge des Kommunalen Außendienstes (KAD). „Das ist ein schönes Zeichen, zu sehen, dass jemand da ist, der sich kümmert“, betont sie.
Konkrete Vorschläge für mehr Ordnung
Wickenhäuser-Egger plädiert für erweiterte Kompetenzen des KAD, etwa in der Verkehrsüberwachung. „Viele parken auf Gehwegen, in Einfahrten oder in zweiter Reihe. Da muss Ordnung rein“, fordert sie. Zudem unterstützt sie Alkohol- und Cannabisverbote sowie Kameraüberwachung an neuralgischen Punkten, ist sich aber bewusst: „Die Menschen verschwinden ja nicht. Sie gehen dann halt ein paar Meter weiter.“
Nachhaltige Lösungen gefordert
Für die Wirtin ist entscheidend, dass die Stadt München einen Drogenkonsumraum einrichtet. „Da muss die Stadt dran bleiben“, insistiert sie. Weitere Verbesserungsvorschläge umfassen:
- Mehr Grünflächen zur Aufwertung des Stadtbilds
- Ein neues Verkehrskonzept, etwa die dauerhafte Umwandlung der Goethestraße in eine Einbahnstraße
- Langfristige städtische Investitionen in die Infrastruktur
Mit ihrem Engagement verkörpert Kathrin Wickenhäuser-Egger eine Stimme, die nicht nur Kritik äußert, sondern konstruktive Lösungen für ein Viertel einfordert, das ihr seit Generationen am Herzen liegt.



