Eine Leserin aus der Uckermark hat eine klare Bitte an den Einzelhandel: Sie wünscht sich eine zweite Nachschubrunde am Nachmittag, wie es in der DDR üblich war. Die 55-jährige Renate T. (Name der Redaktion bekannt) ist berufstätig und Mutter von zwei Kindern. Sie plant ihre Einkäufe streng nach Angeboten, um das Haushaltsbudget zu schonen. „Ohne Sonderangebote könnten wir uns vieles nicht mehr leisten“, sagt sie.
Kaffee als letzter Strohhalm
Besonders ärgerlich war für sie kürzlich die Jagd nach günstigem Kaffee. In einer Supermarkt-Werbung entdeckte sie ein Angebot: 500 Gramm Kaffee für 6,99 Euro statt sonst knapp zehn Euro. „Ich liebe Kaffee, aber zu dem Preis wird er fast unerschwinglich“, erklärt sie. Da sie bis 16 Uhr im Büro arbeiten muss, konnte sie erst danach losfahren. Doch als sie den Discounter erreichte, waren die Regale bereits leer. „Nicht ein einziges Päckchen war mehr da. Das ist frustrierend“, berichtet sie.
Erinnerung an die DDR
Zu Hause kam ihr eine Idee aus ihrer Jugend in der DDR: „Damals waren viele Produkte knapp, aber die Mitarbeiter füllten am Nachmittag noch einmal die Regale auf, damit auch Berufstätige etwas abbekamen. Das war eine tolle Lösung.“ Sie wünscht sich, dass Supermärkte heute ähnlich handeln: „Macht es doch wie in der DDR!“ So könnten alle Kunden, die erst nach Feierabend einkaufen können, ebenfalls von Sonderangeboten profitieren.
Renate T. hofft, dass der Handel ihre Anregung aufgreift. „Es geht nicht um Nostalgie, sondern um Fairness. Viele Menschen arbeiten bis nachmittags und haben sonst keine Chance auf die besten Angebote.“ Ob die Supermärkte auf diesen Vorschlag eingehen, bleibt abzuwarten. Die Leserin würde sich jedenfalls freuen, wenn sie beim nächsten Angebot nicht wieder leer ausgeht.



