Kettensäge mit Federkleid: Wenn Vogelgesang zur Lärmbelästigung wird
Kettensäge mit Federkleid: Vogelgesang als Lärm

Es gibt Geräusche, die gelten als Zumutung. Presslufthämmer etwa. Oder die Disco von nebenan, wenn der Bass bis ins Kopfkissen hämmert. Und dann gibt es jene Klänge, die offiziell als „Naturidylle“ deklariert werden, obwohl sie akustisch locker mit den anderen mithalten können. Der Volksmund spricht dann gern von Ökolärm.

Kuckuck und Singdrossel im Dezibel-Check

Da wäre zum Beispiel der Kuckuck, dieses vermeintlich harmlose Frühlingssymbol. Mit 60 bis 70 Dezibel ruft er seine Botschaft in die Welt. Nicht geflüstert, sondern eher in der Tonlage eines engagierten Staubsaugers. Und die Singdrossel? Ein gefiederter Presslufthammer mit Melodie. Bis zu 100 Dezibel bringt sie auf die Anzeige, wiederholt ihre Strophen stoisch drei- bis fünfmal, als hätte jemand die Repeat-Taste gedrückt.

Die Nachtigall: Königin der nächtlichen Beschallung

Doch die wahre Königin der nächtlichen Beschallung sitzt aktuell direkt vor dem Schlafzimmerfenster: die Nachtigall. Sie sitzt nicht im Granatapfelbaum wie bei Shakespeare, beschert dafür aber eine Klanggewalt von bis zu 95 Dezibel. Kettensägenlärm, sagt die Wissenschaft. Romantik, sagt das Feuilleton. Schlaf? Nun ja.

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Die wohl schönste Art der Ruhestörung

Wer wollte sich ernsthaft beschweren? Zwischen all den künstlichen Geräuschen unserer Zeit wirkt dieser Lärm fast wie ein Geschenk. Ein ziemlich lautes zwar, aber eines mit Seele. Und zeitgleich die schönste Form der Ruhestörung und auch unbezahlbar.

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