600 Passagiere auf Rollfeld übernachtet: Feuerwehr wirft Flughafen München Versagen vor
Feuerwehr wirft Flughafen München Versagen vor

Chaos am Flughafen München: 600 Passagiere müssen auf dem Rollfeld übernachten

In einer Nacht voller Ungewissheit und Frustration mussten am Münchner Flughafen insgesamt 600 Passagiere in sechs Flugzeugen ausharren, während draußen die Temperaturen sanken. Die Situation eskalierte derart, dass die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) nun schwere Vorwürfe gegen den Flughafen erhebt. Der Bundesvorsitzende Siegfried Maier (55) spricht von einem klaren Versagen der Verantwortlichen.

Feuerwehr wurde nicht alarmiert – ein Skandal?

Obwohl die Flughafenfeuerwehr an ihren beiden Standorten rund um die Uhr besetzt war, wurden die Retter in dieser kritischen Nacht nicht informiert. „Es ist ein Skandal, dass die Feuerwehr nicht alarmiert wurde“, erklärt Maier entschieden. „Es gibt ganz wenige Fälle, bei denen die Feuerwehr nicht helfen kann. Aber unseren Kameraden fällt im Notfall immer etwas ein.“ Die Feuerwehr verfügt über eigene Rettungstreppen, um Passagiere aus Flugzeugen zu bergen, und hätte laut Maier auch Busse steuern oder anfordern können.

Flughafen bleibt Antworten schuldig

Eine Sprecherin des Flughafens rechtfertigte das Vorgehen damit, dass die verfügbare Terminalkapazität „aufgrund der im Tagesverlauf erfolgten Annullierungen mit abgestellten Flugzeugen bereits belegt“ gewesen sei. Zudem sei der Busverkehr stark eingeschränkt gewesen, was auf „Defizite bei der Kommunikation“ zurückzuführen sei. Auf die Frage, welche Defizite genau vorlagen, bleiben die Verantwortlichen jedoch eine Antwort schuldig.

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Polizei ermittelt – mögliche Straftaten im Raum

Das zuständige Polizeipräsidium Oberbayern Nord (Ingolstadt) gab an, dass keine Notrufe von Passagieren eingegangen seien. Dennoch untersucht die Inspektion am Flughafen das Chaos und wird einen Bericht an die Staatsanwaltschaft Landshut übermitteln. Dort wird geprüft, ob möglicherweise Straftaten begangen worden sind. Maier stellt klar: „Das ist ein Versagen des Flughafens! Wichtig wäre auch zu wissen, was die jeweiligen Piloten getan haben, um das Chaos zu beenden.“

Kritik an ungleicher Behandlung

Der Feuerwehrgewerkschafter äußert zudem Bedenken hinsichtlich einer möglichen Ungleichbehandlung: „Sie glauben doch nicht, dass ein Staatsgast eine Nacht in einem Flugzeug verbracht hätte. Es wäre mit Sicherheit möglich gewesen, die Menschen aus den Maschinen zu holen.“ Diese Aussage unterstreicht die Frustration über die mangelnde Handlungsbereitschaft seitens des Flughafens.

Die Ereignisse werfen ernste Fragen zur Krisenbereitschaft und Kommunikation am Münchner Flughafen auf. Während die Passagiere eine unvergessliche Nacht durchmachen mussten, bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die Ermittlungen nach sich ziehen werden.

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