Gewalt im Nahverkehr: Politiker fordern Doppelbesetzung in Zügen als Standard
In Thüringen haben Abgeordnete mehrerer Fraktionen im Landtag konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in Zügen und an Bahnhöfen gefordert. Anlass für die aktuelle Debatte ist ein tragischer Vorfall: Anfang Februar wurde ein 36-jähriger Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug bei Kaiserslautern tödlich angegriffen.
„Angst darf nicht zum ständigen Begleiter werden“
SPD-Fraktionschef Lutz Liebscher äußerte sich in der Landtagsdebatte deutlich: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Angst zum ständigen Begleiter zum Dienstantritt wird.“ Die BSW-Fraktion hatte eine Aktuelle Stunde zur Sicherheit des Zugpersonals und der Reisenden beantragt, die nun zu einer breiten politischen Diskussion führte.
Strukturelles Sicherheitsproblem erkannt
Der BSW-Innenpolitiker Sven Küntzel betonte, dass es sich bei den Gewaltattacken gegen Zugpersonal nicht um ein Randproblem handelt: „Die Menschen, die in unseren Zügen und an unseren Bahnhöfen arbeiten, müssen sich darauf verlassen können, dass sie abends gesund nach Hause kommen.“ Aus seiner Sicht stellen Forderungen nach einer Doppelbesetzung in Zügen und mehr Sicherheitspersonal an Bahnhöfen keine Übertreibung dar, sondern einen notwendigen Mindestschutz.
Küntzel unterstrich: „Sicherheit entsteht durch Präsenz.“ Auch der Linke-Abgeordnete Andreas Schubert signalisierte die Unterstützung seiner Fraktion für die Forderung nach einer verbindlichen Doppelbesetzung in Zügen.
Bahnhöfe als kritische Punkte
Der CDU-Abgeordnete Niklas Waßmann richtete seinen Appell direkt an die Landesregierung: „Wir müssen den Bahnhof genauso in den Blick nehmen wie den Zug.“ Er forderte, bereits begonnene Unterstützungsmaßnahmen weiter auszubauen und ein umfassendes Sicherheitskonzept für den gesamten Nahverkehr zu entwickeln.
Die Debatte macht deutlich, dass die Sicherheit von Bahnmitarbeitern und Reisenden zunehmend als drängendes politisches Thema wahrgenommen wird. Die Forderungen der verschiedenen Fraktionen zeigen einen breiten Konsens über Parteigrenzen hinweg, dass konkrete Maßnahmen erforderlich sind, um die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr zu verbessern und Gewaltvorfälle wirksam zu verhindern.



