Hamburgs Milliardenprojekt: Sechs neue Elbbrücken bis 2038 geplant
Hamburg plant sechs neue Elbbrücken bis 2038

Hamburgs Jahrhundertprojekt: Sechs neue Elbbrücken bis 2038

Das Vorhaben ist gigantisch, die Kosten enorm und der Zeitrahmen ambitioniert. Für mehr als eine Milliarde Euro wollen die Deutsche Bahn und die Stadt Hamburg das größte Bahn-Nadelöhr im Norden Deutschlands beseitigen. Bis zum Jahr 2038 – also innerhalb der nächsten zwölf Jahre – soll eine komplett neue Brückenlandschaft über die Norderelbe entstehen.

Von vier auf sechs Brücken: Ein ambitionierter Plan

Derzeit führen an der kritischen Stelle vier Brücken über den Fluss: die gesperrte Freihafen-Elbbrücke für den Autoverkehr, zwei Fernbahnbrücken und eine S-Bahn-Brücke. Künftig sollen hier sechs Brücken stehen. Geplant sind drei statt bisher zwei Fernbahnbrücken, eine neue Freihafen-Elbbrücke für Autos, die bestehende S-Bahn-Brücke und zusätzlich eine neue U-Bahn-Brücke.

Die bestehenden Brücken sind etwa 100 Jahre alt und marode. Täglich fahren bis zu 660 Züge auf den vier Gleisen über die historischen Bauwerke. Die Auslastung liegt bei beeindruckenden 140 Prozent, wie Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (44, Grüne) erklärt. Reparaturen werden immer teurer, weshalb die Deutsche Bahn nun den kompletten Ersatz beschlossen hat.

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Bau unter rollendem Rad: Eine logistische Meisterleistung

Die größte Herausforderung für die Planer: Der Neu- und Umbau soll den Bahnverkehr möglichst wenig beeinträchtigen. Ute Plambeck (63), Konzernbevollmächtigte der Bahn für Hamburg und Schleswig-Holstein, verspricht: „Wir arbeiten unter rollendem Rad.“ Das bedeutet möglichst wenige Zugausfälle und Verspätungen trotz der gigantischen Baustelle.

Der Plan sieht vor, dass zunächst eine provisorische Brücke anstelle der gesperrten Freihafenbrücke errichtet wird. Dann werden nach und nach alle bestehenden Brücken – mit Ausnahme der S-Bahn-Brücke – abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Die Züge sollen während der gesamten Bauphase weiterfahren können.

Folgen für den Autoverkehr und offene Finanzierungsfragen

Das ambitionierte Projekt hat erhebliche Nebenwirkungen für den Straßenverkehr. Die Freihafen-Elbbrücke, eine wichtige Verbindung vom Hafen in die Hamburger Innenstadt, wird für mehr als ein Jahrzehnt nicht für Autos und Lkw nutzbar sein. Erst wenn alle anderen Brücken fertiggestellt sind, soll die neue Autobrücke entstehen.

Ein weiteres Problem bleibt ungelöst: die Finanzierung. Hamburg wünscht sich, dass der Bund die gesamten Kosten von über einer Milliarde Euro übernimmt. Bisher gibt es jedoch keine Zusage der Bundesregierung für dieses Jahrhundertprojekt. Die Frage, wer letztendlich zahlt, steht noch in den Sternen.

Wenn alles nach Plan verläuft, wird Hamburg im Jahr 2038 über ein modernes, leistungsfähiges Brücken-Ensemble verfügen, das den wachsenden Verkehrsanforderungen gerecht wird und das Nadelöhr im Norden endgültig beseitigt.

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