MVG-Streik legt Münchens Nahverkehr lahm – Diese Alternativen bleiben
Von Freitag, dem 27. Februar 2026, bis Sonntag, den 1. März, wird der öffentliche Nahverkehr in München erneut durch einen Streik der MVG massiv beeinträchtigt. U-Bahnen, Trambahnen und Busse fallen weitgehend aus oder verkehren nur stark eingeschränkt. Für Pendler und Besucher bedeutet dies erhebliche Umstellungen, doch es gibt zahlreiche funktionierende Alternativen, um in der Stadt mobil zu bleiben.
Eingeschränkter Betrieb bei U-Bahn und Tram
Der Warnstreik trifft den Kern des Münchner Nahverkehrs. U-Bahnen verkehren nur vereinzelt und nicht auf voller Streckenlänge. So ist die Linie U2 zwischen Feldmoching beziehungsweise Neuperlach und dem Hauptbahnhof in Betrieb, während die Zugänge zu U4 und U5 am Hauptbahnhof gesperrt sind. Auf der Linie U6 fahren Bahnen in Richtung Fröttmaning und Garching. Bei den Trambahnen ist lediglich die Linie 20 mit einem Zehn-Minuten-Takt im Einsatz. Die Busse der MVG, gekennzeichnet durch Liniennummern bis 199, werden ebenfalls bestreikt, was zu unregelmäßigen Fahrten und teilweisem Ausfall führt.
S-Bahn und Regionalzüge als zuverlässige Optionen
Da die S-Bahn zur Deutschen Bahn gehört, ist sie vom Streik nicht betroffen und verkehrt fahrplanmäßig. Dies bietet eine stabile Basis für Fahrten innerhalb Münchens. Zusätzlich halten bestimmte Regionalbahnen an innerstädtischen Stationen:
- Süden: RB 55/56/57 aus dem Oberland halten in Solln, bei den Siemenswerken, Harras, Donnersbergerbrücke und Hauptbahnhof. RB 58 aus Rosenheim bedient Deisenhofen, Solln, Siemenswerke, Mittersendling, Harras, Heimeranplatz, Donnersbergerbrücke und Hauptbahnhof.
- Osten: RE 5 und RB 58 verkehren zwischen Grafing, Ostbahnhof und Hauptbahnhof. RB 40 verbindet Markt Schwaben mit Ostbahnhof und Hauptbahnhof.
- Norden: RE 3 aus Passau oder Landshut hält in Freising und Hauptbahnhof. RB 33 stoppt zusätzlich in Unterschleißheim, Feldmoching und Moosach. RE 1 aus Nürnberg oder Ingolstadt fährt von Petershausen direkt zum Hauptbahnhof, RB 16 hält auch in Dachau.
- Westen: RB 87, RE 80 und RE 89 aus Augsburg halten in Pasing und enden am Hauptbahnhof. RE 72 aus Geltendorf bedient Pasing und Hauptbahnhof, RB 74 stoppt zusätzlich in Fürstenfeldbruck.
Regionalbusse mit Nummern ab 200, betrieben von Umlandlandkreisen, sind nicht vom Streik betroffen und bieten weitere Verbindungen.
Sharing-Dienste: Flexibel und elektrisch unterwegs
Für kurze Strecken oder individuelle Routen stehen diverse Sharing-Angebote zur Verfügung. Diese sind besonders praktisch, wenn die öffentlichen Verkehrsmittel ausfallen.
Call a Bike von der Deutschen Bahn bietet über 1.000 Leihräder an mehr als 270 Stationen in München. Die Tarife reichen von einem Starter-Paket ohne Grundgebühr (1 Euro Freischaltgebühr, 1 Euro pro 15 Minuten, maximal 12 Euro täglich) über Basic (4,90 Euro jährlich, 50 Cent Freischaltgebühr, maximal 7 Euro täglich) bis zu Premium (5,90 Euro monatlich, keine Freischaltgebühr, 30 Minuten inklusive, maximal 5 Euro täglich). Die Räder werden per App oder Webseite gebucht und an Stationen zurückgegeben.
Dott stellt E-Bikes und E-Scooter bereit, die über die MVG-Go-App oder die eigene Dott-App genutzt werden können. Die Preise variieren je nach Region und sind in der App einsehbar. Fahrzeuge müssen auf blau markierten Parkflächen abgestellt werden, besonders innerhalb des Altstadtrings.
Emmy bietet elektrische Roller in knallrotem Design. Die Registrierung kostet einmalig 4,95 Euro, die als Fahrtguthaben gutgeschrieben werden. Pro Miete fallen 1 Euro Freischaltgebühr, 36 Cent pro Fahrminute und 19 Cent pro Parkminute an. Ein 24-Stunden-Pass kostet maximal 35 Euro. Die Rückgabe erfolgt auf öffentlichen Parkplätzen im Geschäftsgebiet, wobei ein Foto des geparkten Rollers hochgeladen werden muss.
Voi aus Schweden hat E-Bikes und E-Scooter im Angebot. Die Nutzung kostet 99 Cent Freischaltgebühr und 24 Cent pro Minute, mit Optionen für Minutenpakete oder Abos. Fahrzeuge müssen auf ausgewiesenen Abstellplätzen geparkt werden, Parkverbote gelten in Parks und sensiblen Bereichen.
Lime setzt auf nachhaltige E-Scooter und E-Bikes mit austauschbaren Batterien. Die Ausleihe kostet 1 Euro Freischaltgebühr und etwa 25 Cent pro Minute, wobei Preise je nach Nachfrage schwanken können. Innerhalb des Altstadtrings ist das Abstellen nur auf speziellen Flächen erlaubt, außerhalb muss ordnungsgemäß geparkt werden.
Praktische Tipps für die Nutzung
Für alle Sharing-Dienste ist eine Registrierung per App erforderlich, oft mit Altersnachweis (mindestens 18 Jahre) und Zahlungsmethode wie Kreditkarte, PayPal oder Apple Pay. Die Apps zeigen verfügbare Fahrzeuge und Parkregeln an. Bei Rückgabe ist auf korrektes Abstellen zu achten, um zusätzliche Kosten zu vermeiden.
Insgesamt bietet der MVG-Streik in München zwar Herausforderungen, doch mit S-Bahnen, Regionalzügen und der Vielfalt an Sharing-Optionen bleiben ausreichend Möglichkeiten, um mobil zu bleiben. Planung und Flexibilität sind in diesen Tagen besonders gefragt.



