Verkehrschaos in Neubrandenburg: Bürgerin fordert Konsequenzen
In der Neubrandenburger Innenstadt eskaliert der Konflikt zwischen Fußgängern und Zweiradfahrern. Eine anonyme Nordkurier-Leserin, die aus Angst vor Drohungen ihren Namen nicht nennen möchte, schildert eine "prekäre Situation mit Fahrrädern und E-Scootern auf den reinen Fußgängerwegen". Die Frau, die selbst regelmäßig zu Fuß unterwegs ist, berichtet von täglichen Gefährdungen und Regelverstößen.
Fußgänger fühlen sich im Stich gelassen
"Es wird mit einer Selbstverständlichkeit auf dem Gehweg gefahren und ich als Fußgänger werde ständig von den Fahrradfahrern angemacht, weil ich den Fußweg benutze und ihnen im Weg bin", erklärt die verärgerte Neubrandenburgerin. Ihrer Erfahrung nach seien viele Radfahrer "dreist" und würden sich an keine Verkehrsregeln halten. Sie müsse ihnen regelmäßig ausweichen, um Zusammenstöße zu vermeiden.
Besonders kritisch beobachtet die Frau folgende Verstöße:
- Fahrradfahrer nutzen systematisch Fußgängerwege statt der vorgesehenen Radwege
- E-Scooter werden häufig von mehreren Personen gleichzeitig benutzt
- Fehlende Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt
"Mir reicht es einfach!", bringt die Bürgerin ihre Frustration auf den Punkt. Sie verweist auf andere Städte wie Münster oder Warnemünde, wo solche Probleme trotz zahlreicher anderer Herausforderungen besser geregelt seien.
Stadtverwaltung sieht begrenzte Handlungsmöglichkeiten
Im Neubrandenburger Rathaus ist die Problematik bekannt, doch die Handlungsspielräume sind begrenzt. Stadtsprecherin Anja Seugling erklärt auf Nordkurier-Anfrage: "Die von der Leserin geforderten Kontrollen können nicht allein durch die Stadt durchgeführt werden". Der ordnungsbehördliche Außendienst verfüge nur über sehr eingeschränkte Eingriffs- und Kontrollmöglichkeiten im Radverkehr.
Laut Seugling dürfen Mitarbeiter des Ordnungsamts bei möglichen Verstößen vor Ort nicht eingreifen, da nur Polizeibeamte in den fließenden Verkehr eingreifen dürfen. Zwar fanden bereits 2025 gemeinsame Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei statt, und auch für 2026 sind weitere Aktionen geplant. Doch eine "lückenlose Kontrolldichte" sei aufgrund der Vielzahl anderer Zuständigkeiten und begrenzter Personalressourcen beider Behörden nicht möglich.
Aufklärungskampagne als Lösungsansatz
Als konkrete Maßnahme arbeitet die Stadtverwaltung aktuell an einer PR- und Marketing-Kampagne mit dem Titel "Richtig Fahrradfahren". Diese Initiative soll das korrekte Verhalten im Straßenverkehr fördern und sowohl Fahrradfahrer als auch E-Scooter-Nutzer einbeziehen.
"Durch diese Maßnahme sollen mögliche Unfälle in der Zukunft verhindert und das nötige Regelverständnis gefördert werden", erläutert Stadtsprecherin Seugling. Die Kampagne zielt darauf ab, durch Aufklärung und Sensibilisierung das Verkehrsklima in der Innenstadt zu verbessern.
Die anonyme Bürgerin bleibt jedoch skeptisch: Sie fordert konkrete Maßnahmen zum Schutz der Fußgänger und verweist darauf, dass Radfahrer, die sich unsicher auf der Straße fühlen, alternative Fortbewegungsmittel wie öffentliche Verkehrsmittel nutzen sollten. Ihr Wunsch ist einfach: "Ich möchte mich einfach wieder sicher auf den Fußgängerwegen dieser Stadt fühlen".



