RSAG in Rostock vorerst vom Streik verschont - aber März könnte kritisch werden
RSAG in Rostock vom Streik verschont - März kritisch

Rostocker Nahverkehr bleibt vorerst von Streikmaßnahmen verschont

Während am Freitag, dem 27. Februar 2026, im kommunalen Nahverkehr Mecklenburg-Vorpommerns ein ganztägiger Warnstreik stattfindet, haben die Rostocker Fahrgäste vorerst Glück. Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) ist von den aktuellen Arbeitsniederlegungen ausgenommen, wie Beate Langner, Sprecherin des Unternehmens, bestätigt.

Landesweite Streiks mit Ausnahme Rostocks

Die Gewerkschaft ver.di Nord hat Beschäftigte zahlreicher Verkehrsunternehmen im Bundesland zum Streik aufgerufen. Betroffen sind unter anderem:

  • VLP (Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim)
  • NAHBUS Nordwestmecklenburg GmbH
  • REBUS Regionalbus Rostock
  • MVVG Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft mbH
  • VBG Verkehrsbetrieb Greifswald GmbH
  • VVG Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald mbH
  • VVR Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen mbH
  • NVS in Schwerin

Frank Schischefsky, Pressesprecher von ver.di im Landesbezirk Nord, erklärt die Ausnahme für Rostock knapp: „Weil das so von der Streikleitung entschieden wurde.“ Eine detaillierte Begründung für diese selektive Vorgehensweise bleibt zunächst offen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

März könnte Streiks nach Rostock bringen

Die aktuelle Ruhe in Rostock könnte jedoch nur von kurzer Dauer sein. Für den 9. März hat ver.di bereits Streikmaßnahmen bei der RSAG angekündigt, die begleitend zu den an diesem Tag geplanten Tarifverhandlungen stattfinden sollen. „An diesem Tag streikt die RSAG begleitend zu den Tarifverhandlungen in Rostock“, so Schischefsky.

Ein zentraler Streitpunkt in den Verhandlungen ist laut RSAG-Sprecherin Langner die Arbeitszeitanpassung, die zu den Kernforderungen der Gewerkschaft gehört. Die Arbeitgeberseite habe bereits auf verschiedene Anliegen positiv reagiert und Zugeständnisse gemacht, was Langner vorsichtigen Optimismus verleiht.

„Ob der Streik im März wirklich so stattfindet, müssen wir mal abwarten“, kommentiert Langner die Ankündigung. „Die Verhandlungen laufen bisher gar nicht so schlecht. Vielleicht kommt es gar nicht dazu.“

Hintergrund der Tarifauseinandersetzungen

Die aktuellen Warnstreiks sind Teil der laufenden Tarifverhandlungen für den kommunalen Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern. Neben der Arbeitszeitanpassung verhandeln die Parteien über weitere arbeitsrechtliche und finanzielle Fragen. Die gezielte Streikführung – zunächst mit Aussparung Rostocks, dann mit gezielter Ankündigung für die Hansestadt – zeigt die strategische Herangehensweise der Gewerkschaft.

Für die Fahrgäste in Rostock bedeutet die aktuelle Situation eine vorübergehende Entwarnung, während in anderen Regionen des Landes der Nahverkehr am Freitag weitgehend zum Erliegen kommen wird. Die Entwicklung der Verhandlungen im März wird entscheidend dafür sein, ob auch Rostock von Verkehrseinschränkungen betroffen sein wird.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration