Stuttgart 21: Erneute Verzögerung – Fertigstellung erst 2030 erwartet
Deutschlands größte Baustelle kommt einfach nicht ans Ziel. Die Fertigstellung des unterirdischen Hauptbahnhofs in Stuttgart, bekannt als Stuttgart 21, verzögert sich erneut – diesmal offenbar gleich um mehrere Jahre. Wie der Südwestrundfunk (SWR) zuerst berichtete, soll das Mega-Bahnprojekt erst im Jahr 2030 komplett fertig werden. Eine Teileröffnung des Tiefbahnhofs sei vielleicht schon 2029 möglich, zitiert der Sender Insiderkreise.
Jahrhundertprojekt mit langer Geschichte
Stuttgart 21 gilt als Jahrhundertprojekt und als Dauerstreitfall. Die Deutsche Bahn stellte die Pläne erstmals im Jahr 1994 vor, und der Bau begann im Februar 2010. Ursprünglich sollte der Bahnhof bereits 2019 in Betrieb gehen, doch dieser Termin wurde mehrfach verschoben, zuletzt auf Dezember 2026. Im vergangenen Jahr teilte die Bahn jedoch mit, dass auch das Jahr 2026 nicht zu halten sei.
Als Gründe für die Verzögerungen nannte die Deutsche Bahn Klagen, geänderte Vorschriften – etwa im Brandschutz – sowie den geologisch schwierigen Untergrund in Stuttgart. Auch neue Artenschutzgesetze und aufwendige Genehmigungsverfahren hätten für Verzögerungen gesorgt. Hinzu kamen weitere technische Hürden, die den Baufortschritt bremsten.
Personalabbau und technische Probleme bremsen den Bau
Laut dem SWR-Bericht liegen die Gründe für die erneute Verschiebung unter anderem im abgebauten Personal bei beteiligten Firmen. Betroffen sei auch das japanische Unternehmen Hitachi, das für die Digitalisierung des Projekts zuständig ist. Zudem dauerten Testläufe deutlich länger als geplant.
Es fehle an Abnahmepersonal, außerdem seien technische Anlagen fehlerhaft oder falsch verbaut worden, heißt es in dem Bericht. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass die Fertigstellung nun auf das Jahr 2030 verschoben wird.
Offizielle Stellungnahme und Kostenentwicklung
Ein offizielles neues Eröffnungsdatum nannte die Deutsche Bahn bisher nicht. Die Insider-Informationen bezeichnete sie im SWR als „Spekulationen“. Bis Mitte 2026 soll ein neues Inbetriebnahmekonzept vorgelegt werden, wie die Bahn bereits Ende des vergangenen Jahres angekündigt hatte.
Die Kosten für Stuttgart 21 sind bereits massiv gestiegen: Statt der ursprünglich geplanten 4,5 Milliarden Euro werden inzwischen mehr als 11 Milliarden Euro veranschlagt. Diese Kostensteigerung unterstreicht die Komplexität und die Herausforderungen des Projekts.
Das Projekt Stuttgart 21 bleibt somit ein Symbol für die Schwierigkeiten großer Infrastrukturvorhaben in Deutschland. Die erneute Verzögerung wirft Fragen nach der Planungssicherheit und der Effizienz solcher Mega-Projekte auf.



