Birgit Schrowange, bekannt aus dem RTL-Magazin „Extra“, hat nach 25 Jahren beim Sender ihre eigene Fernsehkarriere beendet. Heute lebt die 68-Jährige mit ihrem Mann Frank in München und genießt den Ruhestand. Doch der Weg ins Fernsehen war nicht vorgezeichnet. Im Interview mit der AZ und dem Kundenmagazin der BBBank spricht sie offen über ihre Anfänge und einen Beruf, den sie heute als „völlig falsch“ bezeichnet.
Vom Sauerland ins Fernsehen
Schrowange stammt aus dem Sauerland und absolvierte zunächst eine Ausbildung als Rechtsanwalts- und Notargehilfin. „Das war ein solider, aber für mich völlig falscher Beruf“, gesteht sie. Trotzdem schloss sie die Ausbildung ab, was sie heute als wertvoll ansieht: „Man lernt Durchhaltevermögen.“ Ihr Traum war jedoch immer das Fernsehen. Also bewarb sie sich beim WDR – mit Erfolg. Sie wurde als Stenotypistin eingestellt, arbeitete sich hoch und nahm nebenbei Sprech- und Schauspielunterricht.
Der Wechsel zu RTL und der Abschied
Nach Stationen beim WDR und ZDF wechselte Schrowange 1994 zu RTL, wo sie 25 Jahre lang „Extra“ moderierte. „Viele rieten mir damals davon ab, zu den Privaten zu gehen. Doch meine Maxime ist: Kein Risiko einzugehen, ist das größte Risiko“, erklärt sie. Rückblickend war der Wechsel ein Glücksfall. 2019 zog sie sich selbst den Stecker – bewusst und selbstbestimmt. Heute arbeitet sie nur noch als Speakerin und reist viel mit ihrem Mann. „Wir fühlen uns wie zwei Studenten, die noch mal einen Neuanfang wagen“, sagt sie.
Leben in München und neue Freiheit
Anfang des Jahres zog Schrowange von Köln nach München, auch ihrem Mann zuliebe. Die neue Stadt zu erkunden, findet sie toll. „Eine Veränderung ist essenziell und hält wach“, betont sie. Sie ist dankbar für ihr Leben und genießt die Freiheit, nur das zu tun, was ihr Freude bereitet. „Nein sagen zu können, ist pure Freiheit“, so die Moderatorin. Ihr gesellschaftliches Engagement, insbesondere gegen Kinderarmut, wurde 2008 mit der Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens gewürdigt.



