Die Bezüge der über 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland steigen zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent. Das Bundeskabinett verabschiedete dazu eine Verordnung von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). Grund für die Anhebung ist die positive Lohnentwicklung. Eine monatliche Rente von 1.000 Euro erhöht sich dadurch um rund 42 Euro. Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen.
Haltelinie beim Rentenniveau fixiert
Die Erhöhung basiert auch auf der Fixierung der Haltelinie beim Rentenniveau, die die Koalition im Dezember 2025 mit ihrer ersten Rentenreform beschlossen hatte. Bis zum Jahr 2031 darf das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent fallen. Dieser Wert gibt das Verhältnis der Rente zu den Durchschnittseinkommen an. Zuvor galt die Haltelinie nur bis 2025. Durch die Reform wurde sie nun auch bei der Berechnung der aktuellen Rentenerhöhung berücksichtigt, konkret bei der Festsetzung des aktuellen Rentenwerts.
Rentenwert steigt auf 42,52 Euro
Zum 1. Juli wird der Rentenwert von 40,79 auf 42,52 Euro angehoben. Dieser Wert wird jährlich neu bestimmt und an die Lohn- und Gehaltsentwicklung angepasst. Er entspricht einer ungeminderten monatlichen Rente aus Beiträgen eines Durchschnittsverdieners für ein Jahr. Für eine Standardrente mit 45 Beitragsjahren und durchschnittlichem Verdienst bedeutet dies laut Ministerium einen monatlichen Anstieg um 77,85 Euro.
„Eine Frage der Leistungsgerechtigkeit“
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas erklärte: „Ordentliche Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben.“ Die Erhöhung zeige die Verlässlichkeit der gesetzlichen Rente. „Durch die Kopplung der Renten an die Löhne stellen wir sicher, dass die Rentnerinnen und Rentner an der Wohlstandsentwicklung der arbeitenden Bevölkerung teilhaben.“
Zukunft der Alterssicherung wird verhandelt
Hinter den Kulissen laufen derzeit Verhandlungen über die Zukunft der Alterssicherung angesichts der wachsenden Zahl von Babyboomern im Rentenalter. Eine Regierungskommission soll bis Ende des zweiten Quartals 2026 Vorschläge für grundlegende Reformen vorlegen. In der Kommission sind neben Wissenschaftlern auch Vertreter der Koalitionsfraktionen vertreten. Bereits vor der ersten Rentenreform im Dezember 2025 hatte die Koalition heftig über die erwarteten Milliardenkosten einer Stabilisierung des Rentenniveaus gestritten.



