Studie: Höhere Kreatinaufnahme über Ernährung mit selteneren Krebsdiagnosen assoziiert
Kreatinaufnahme: Zusammenhang mit selteneren Krebsdiagnosen

Kreatin in der Ernährung: Möglicher Zusammenhang mit Krebsdiagnosen untersucht

Kreatin ist als beliebtes Nahrungsergänzungsmittel bekannt, kommt jedoch auch natürlich in Lebensmitteln wie Fleisch und Fisch vor. Eine umfangreiche US-amerikanische Forschungsarbeit hat nun einen interessanten Zusammenhang aufgedeckt: Personen mit höherer Kreatinaufnahme über ihre normale Ernährung berichteten seltener, dass bei ihnen jemals eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde.

Studiendesign und methodischer Ansatz

Die wissenschaftliche Untersuchung basiert auf den detaillierten Angaben von 25.879 erwachsenen Teilnehmern ab 20 Jahren, die zwischen 2007 und 2018 erhoben wurden. Die Probanden dokumentierten an zwei verschiedenen Tagen akribisch ihre Nahrungsaufnahme. Aus diesen präzisen Daten berechneten die Forscher die durchschnittliche Kreatinaufnahme ausschließlich aus natürlichen Lebensmitteln. Parallel dazu gaben alle Befragten Auskunft darüber, ob bei ihnen jemals eine Krebsdiagnose gestellt worden war.

Wichtig zu beachten: In die komplexe statistische Analyse flossen zahlreiche weitere Einflussfaktoren ein, darunter das Alter, das Geschlecht, der Body-Mass-Index, Rauchgewohnheiten, Alkoholkonsum, körperliche Aktivität, bestehende Vorerkrankungen sowie spezifische Blutwerte. Dies ermöglichte eine differenzierte Betrachtung des Zusammenhangs.

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Moderater, aber signifikanter statistischer Effekt

Das zentrale Ergebnis der Studie zeigt einen statistisch signifikanten, wenn auch moderaten Zusammenhang. Konkret lag der Anteil der Personen mit einer Krebsdiagnose in der Gruppe mit sehr niedriger Kreatinzufuhr bei etwa 10 bis 11 von 100 Individuen. In der Vergleichsgruppe mit sehr hoher Kreatinaufnahme aus der Ernährung waren es lediglich gut 9 von 100 Personen. Obwohl dieser Unterschied numerisch klein erscheint, ist er methodisch messbar und statistisch relevant.

Differenzierte Ergebnisse nach Bevölkerungsgruppen

Die Analyse offenbarte jedoch, dass dieser Zusammenhang nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleich ausgeprägt war. Bei männlichen Studienteilnehmern ließ sich der Effekt statistisch nachweisen, während er bei Frauen nicht signifikant war. Bei übergewichtigen Personen ging eine höhere Kreatinaufnahme ebenfalls mit selteneren Krebsangaben einher. Ältere Erwachsene zeigten den Zusammenhang insbesondere bei sehr hoher Kreatinzufuhr.

Auffällige Ausnahme: In der kleinen Gruppe untergewichtiger Personen wurde ein umgekehrter Trend beobachtet. Hier gaben Personen mit höherer Kreatinaufnahme häufiger frühere Krebserkrankungen an. Die Wissenschaftler vermuten, dass in diesem Fall andere Faktoren wie Mangelernährung oder bereits bestehende Erkrankungen eine entscheidende Rolle spielen könnten. Unabhängig von der Ernährung nahm die Häufigkeit von Krebsdiagnosen erwartungsgemäß mit steigendem Alter deutlich zu.

Limitationen und Forschungsbedarf

Es ist von entscheidender Bedeutung zu betonen, dass es sich bei dieser Untersuchung um eine reine Beobachtungsstudie handelt. Sie kann keinen kausalen Beweis dafür liefern, dass Kreatin tatsächlich Krebs vorbeugt. Die Forscher weisen ausdrücklich darauf hin, dass auch der umgekehrte Zusammenhang denkbar ist: Menschen könnten nach einer Krebsdiagnose ihren Konsum von Fleisch und Fisch bewusst reduzieren und dadurch automatisch weniger Kreatin aufnehmen.

Zudem könnte der beobachtete Effekt nicht ausschließlich auf Kreatin zurückzuführen sein, sondern auch auf andere gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe in Fleisch und Fisch. Die Studie erfasste ausschließlich die Kreatinaufnahme über normale Nahrungsmittel, nicht über Nahrungsergänzungsmittel. Weitere kontrollierte Studien sind notwendig, um die tatsächliche biologische Bedeutung von Kreatin in Bezug auf Krebsrisiken wissenschaftlich zu klären.

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