Mediziner warnen vor Fasten-Risiken: Nicht für jeden geeignet
Die Fastenzeit hat in Deutschland begonnen – jene 40-tägige Periode zwischen Aschermittwoch und Karsamstag, die in der westlichen christlichen Tradition als Zeit des Verzichts und der Besinnung vor Ostern gilt. Immer mehr Menschen nutzen diesen Zeitraum, um bewusst auf Alkohol, Zucker, Nikotin, Fleisch, Wurst und Milchprodukte zu verzichten. Doch während der Trend zum Fasten wächst, mahnen Mediziner zur Vorsicht.
Gesundheitliche Risiken beim Fasten
Was ursprünglich als religiöse Praxis der Vorbereitung auf Ostern gedacht war, wird heute oft mit dem Ziel einer körperlichen Reinigung und eines gesünderen Lebensgefühls praktiziert. Doch dieser Verzicht kann gefährliche Nebenwirkungen haben. Verschiedene medizinische Ratgeber weisen seit längerem auf potenzielle Gesundheitsrisiken hin, die mit dem Fasten verbunden sind.
Zu den häufigsten Symptomen gehören allgemeine Schwäche, anhaltende Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten. Der Klinikbetreiber Asklepios Kliniken warnt zudem vor Mangelerscheinungen, Muskelabbau und Kreislaufproblemen. Diese Risiken treten laut den Medizinern besonders bei unkontrolliertem Langzeitfasten auf.
Mangelerscheinungen und Muskelabbau
Die National Institutes of Health (NIH) bestätigen, dass eine reduzierte Nährstoffaufnahme durch Fasten bei bereits bestehender Vitamin- und Eiweißarmut zu Vitaminmangel und beschleunigtem Muskelabbau führen kann. Fleisch gilt als wichtiger Eiweißlieferant, dessen Verzicht während der Fastenzeit diesen Effekt noch verstärken kann.
Die Asklepios Kliniken betonen: „Fasten ist nicht für jeden geeignet.“ Besonders gefährdet sind Schwangere, Kinder, Menschen mit Essstörungen oder bestimmten Vorerkrankungen. Diese Personengruppen sollten auf das Fasten komplett verzichten.
Höchste Vorsicht bei Vorerkrankungen
Die gesetzliche Krankenkasse Pronova BKK geht noch weiter in ihren Warnungen: „Schwangere, Stillende und chronisch Kranke dürfen auf gar keinen Fall fasten.“ Hierbei bezieht sich die Warnung insbesondere auf strenge Fastenformen wie Nulldiäten, nicht auf den allgemein empfohlenen Verzicht auf Alkohol oder Nikotin.
Auch der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet über Risikogruppen: Menschen mit schweren Herz- und Nierenerkrankungen, Krebserkrankungen oder Gallenproblemen sollten das Fasten unbedingt vermeiden. Für diese Personen kann der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen haben.
Während das Fasten für viele Menschen eine positive Erfahrung sein kann, sollte jeder vor Beginn einer Fastenkur medizinischen Rat einholen. Besonders Personen mit Vorerkrankungen oder besonderen gesundheitlichen Umständen müssen die Risiken sorgfältig abwägen.



