PFAS im Backpapier: Warum die Ewigkeits-Chemikalien im Haushalt gefährlich sind
PFAS im Backpapier: Gefährliche Ewigkeits-Chemikalien

PFAS im Backpapier: Die unsichtbare Gefahr in der Küche

Beim Backen gilt Backpapier für viele als unverzichtbarer Helfer. Doch was kaum jemand weiß: In dem praktischen Küchenutensil verbergen sich oft sogenannte PFAS – per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Diese „Ewigkeits-Chemikalien“ sind unsichtbar, geschmacklos und geruchlos, aber dennoch allgegenwärtig. Nicht nur in Outdoor-Jacken oder Antihaft-Pfannen, sondern auch im scheinbar harmlosen Backpapier finden sich die problematischen Stoffe. Immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass PFAS erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringen.

Was sind PFAS und wo verstecken sie sich?

Bei PFAS handelt es sich um extrem langlebige Chemikalien, bei denen es sich vereinfacht gesagt um Kohlenstoff-Fluor-Verbindungen handelt. Ihre Widerstandsfähigkeit macht sie für die Industrie attraktiv, stellt jedoch ein massives Umweltproblem dar. Die Stoffe werden kaum abgebaut und reichern sich über Jahrzehnte in Böden, Gewässern und Pflanzen an. Von dort gelangen sie letztlich in den menschlichen Körper. PFAS finden sich nicht nur in Backpapier, sondern auch in:

  • Outdoor-Kleidung und wasserabweisenden Textilien
  • Antihaft-Beschichtungen von Pfannen und Kochgeschirr
  • Kosmetikprodukten und Körperpflegeartikeln
  • Lebensmittelverpackungen und Einwegverpackungen
  • Kabeln und elektronischen Bauteilen

Gesundheitliche Risiken der Ewigkeits-Chemikalien

Fachleute der PFAS-Tox Database weisen auf zahlreiche Gesundheitsgefahren hin, die mit den Chemikalien in Verbindung gebracht werden. Zu den dokumentierten Risiken gehören:

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  1. Niedrigeres Geburtsgewicht bei Neugeborenen
  2. Erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit und Diabetes
  3. Steigende Cholesterinwerte und Schilddrüsenerkrankungen
  4. Erhöhtes Krebsrisiko, insbesondere für Nieren-, Hoden- und Brustkrebs

Das zentrale Problem: PFAS verschwinden nicht einfach. Sie akkumulieren sich in der Umwelt und im menschlichen Körper über lange Zeiträume. Zwar ist die Verwendung bestimmter PFAS-Verbindungen in Backpapier gesetzlich reguliert, doch die bereits angesammelten Mengen in der Umwelt stellen eine anhaltende Herausforderung dar.

Politische Maßnahmen gegen PFAS

Die Politik hat auf die Gefahren reagiert, wenn auch mit Verzögerung. In der Europäischen Union sind einzelne PFAS-Verbindungen wie PFOA und PFOS bereits verboten. Seit Juni 2022 gilt dieses Verbot auch für PFHxS. Deutschland und weitere Staaten setzen sich aktiv für ein umfassendes PFAS-Verbot ein. Alle drei Stoffe stehen auf der Verbotsliste des Stockholmer Übereinkommens, einem internationalen Abkommen, das besonders gefährliche und langlebige Schadstoffe ächtet.

Dennoch bleibt ein großes Problem bestehen: In vielen Anwendungsbereichen fehlen bislang geeignete Ersatzstoffe. Die Europäische Chemikalienagentur schlägt daher Übergangsfristen vor, die je nach Anwendung zwischen 18 Monaten und bis zu zwölf Jahren reichen.

PFAS im Alltag erkennen und vermeiden

Hersteller müssen den Einsatz von PFAS nicht explizit kennzeichnen. Doch bestimmte Hinweise auf Produkten können auf die Chemikalien hindeuten. Achten Sie auf Bezeichnungen wie:

  • „wasserabweisend“ oder „wasserdicht“
  • „schmutzabweisend“ oder „fleckenresistent“
  • „antihaft“ oder „nicht haftend“

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann im Alltag einfache Alternativen nutzen. Statt beschichteter To-go-Becher eigenen sich Mehrwegbecher für Kaffee. Bei Kosmetikprodukten lohnt sich der Blick auf die Inhaltsstoffe. Und in der Küche können Pfannen ohne Antihaft-Beschichtung eine gesündere Wahl sein.

Backen ohne Backpapier: Praktische Alternativen

Backpapier lässt sich erstaunlich einfach ersetzen. Für verschiedene Backvorhaben eignen sich unterschiedliche Methoden:

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  • Bei Keksen und Plätzchen: Oblaten bieten eine ausgezeichnete Antihaft-Unterlage
  • Für Blechkuchen und Brot: Einfach mit Margarine, Öl oder Butter einfetten
  • Als universelle Lösung: Mit Mehl oder Paniermehl bestäuben
  • Für besondere Anlässe: Silikonbackmatten sind wiederverwendbar und PFAS-frei

Diese Alternativen sind nicht nur gesünder, sondern oft auch kostengünstiger und umweltfreundlicher. Sie vermeiden die Freisetzung von PFAS beim Backvorgang und tragen so zum Schutz der eigenen Gesundheit und der Umwelt bei.

Langfristige Lösungen gefragt

Während Verbraucherinnen und Verbraucher durch bewusste Kaufentscheidungen und Alltagsalternativen einen Beitrag leisten können, sind langfristige politische und industrielle Lösungen notwendig. Die Entwicklung sicherer Ersatzstoffe für PFAS in allen Anwendungsbereichen bleibt eine dringende Aufgabe. Bis dahin lohnt sich ein kritischer Blick auf Produkte, die scheinbar harmlose Alltagshelfer sind – wie das Backpapier in der Küche.