Chefarzt warnt: Diese Körperteile leiden bei 72-Stunden-Marathon unter Extremstress
Chefarzt warnt vor Extrembelastung bei 72-Stunden-Marathon

Extremwettbewerb 'Iron Cage': Chefarzt erklärt die größten Gefahren für den Körper

72 Stunden ununterbrochene Belastung, eine Million Kilogramm bewegtes Gewicht – der Extremwettbewerb 'Iron Cage' stellt den menschlichen Körper vor eine beispiellose Herausforderung. Teilnehmer stemmen dabei so viel Gewicht wie in etwa 60 intensiven Trainingseinheiten, allerdings ohne Pausen. Prof. Dr. Thomas Kälicke, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an den GFO Kliniken Bonn, warnt vor den extremen Belastungen für Gelenke, Sehnen und die Wirbelsäule.

Kraftfasern im Dauerstress: Ein Triathlon für den Bewegungsapparat

„'Iron Cage' ist ein Kraft-Triathlon für den gesamten Körper“, erklärt Prof. Kälicke. Beim klassischen Krafttraining arbeiten vor allem die sogenannten Typ-II-Muskelfasern, die für explosive Kraftentfaltung zuständig sind, jedoch schnell ermüden. Das Problem bei diesem Extremwettbewerb: Genau diese Fasern müssen über viele Stunden hinweg Leistung bringen – also Ausdauer zeigen, für die sie eigentlich nicht konstruiert sind.

Normalerweise wirkt unsere Muskulatur wie ein natürlicher Stoßdämpfer für die Gelenke. Bei einer derartigen Dauerbelastung sei die Situation vergleichbar mit einem Auto, bei dem die Stoßdämpfer komplett versagt haben. „Jede Bodenwelle schlägt dann direkt ins Fahrwerk“, verdeutlicht der Orthopädie-Experte die Problematik.

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Diese Körperstrukturen sind besonders gefährdet

Bei einer 72-stündigen Dauerbelastung geraten laut Prof. Kälicke mehrere kritische Strukturen unter extremen Stress:

  • Schultergelenke
  • Ellenbogengelenke
  • Kniegelenke
  • Lendenwirbelsäule und Bandscheiben
  • Sehnenansätze
  • Große Muskelgruppen

Sehnen als besondere Schwachstelle des Bewegungsapparates

Sehnen gelten als besonders anfällige Strukturen bei Extrembelastungen. „Der Muskel kann oft noch weiterarbeiten – aber die Sehne ist schon längst am absoluten Limit“, warnt Kälicke. Bei tausenden Wiederholungen drohen schwerwiegende Verletzungen:

  1. Sehnenreizungen
  2. Mikroverletzungen
  3. Teilrisse
  4. Komplette Sehnenabrisse

Unterschätzte Gefahr für die Bandscheiben

Auch die Bandscheiben sind bei solchen Extrembelastungen besonders anfällig. Sie benötigen den regelmäßigen Wechsel zwischen Be- und Entlastung, um gesund zu bleiben. Fehlt diese notwendige Pause, können folgende Probleme auftreten:

  • Mikrorisse im Gewebe
  • Vorwölbungen der Bandscheiben
  • Komplette Bandscheibenvorfälle

Mögliche systemische Komplikationen des gesamten Organismus

Zusätzlich zu den lokalen Verletzungen drohen bei solchen Extrembelastungen auch systemische Komplikationen, die den gesamten Körper betreffen:

  • Kompartmentsyndrom – ein medizinischer Notfall, bei dem der Druck im Muskel so stark ansteigt, dass Gewebe abstirbt
  • Rhabdomyolyse – der Zerfall von Muskelzellen
  • Elektrolytstörungen
  • Nierenversagen
  • ZNS-Fatigue – das zentrale Nervensystem kann im Extremfall regelrecht abschalten

Warnsignale, bei denen sofort Schluss sein muss

Prof. Kälicke nennt klare Abbruchsignale, bei denen Teilnehmer sofort aufhören sollten:

Stechende Schmerzen, hörbares Reißen von Gewebe, plötzlicher Kraftverlust oder die Ausscheidung von dunkelbraunem Urin gelten als absolute Alarmzeichen. Der Experte betont: „Diese Symptome sind nicht zu ignorieren und erfordern sofortiges Handeln.“

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