Iron Cage: Können Calisthenics-Profis gegen Geräte-Athleten gewinnen?
Nach 24 Stunden im Iron-Cage-Wettbewerb sorgen zwei Athleten für eine Überraschung: Coach Andy und Daniel Krobath führen das Feld an. Damit liegen sie knapp 100.000 Kilogramm vor dem drittplatzierten Iron Mike, der gestern noch vorn lag. Das Spannende daran: Ausgerechnet die beiden Athleten, die sonst ihren Trainingsfokus eher im Calisthenics und Street-Workout haben, sind aktuell am erfolgreichsten.
Experten-Check: Warum Street-Workout-Kraft an Maschinen punktet
Dass Street-Workout-Spezialisten, die primär mit dem eigenen Körpergewicht trainieren, an Fitnessgeräten so stark performen, ist für Experten kein Zufall. Personal Trainer Markus Bremen erklärte auf Nachfrage von FITBOOK, dass sich Kraft aus dem Calisthenics leichter auf Maschinen übertragen lasse als umgekehrt.
„Man hat die ganze Zeit einfach mehr stabilisierende Muskulatur trainiert und aktiviert, und das hilft einem dann natürlich auch bei der Maschine“, so der Experte. Gemeint ist insbesondere die Rumpfmuskulatur, die bei Andy und Daniel stark ausgeprägt sein dürfte. Das gebe ihnen deutliche Vorteile bei der Stabilität während der Übungen.
Umgekehrt gedacht, hätten reine Geräte-Athleten oft Probleme mit der Stabilität oder der neuronalen Ansteuerung, wenn sie auf freie Übungen wie Liegestütze umsteigen müssten – also Übungen, wie sie im Calisthenics üblich sind.
Die finale Hürde: Der harte Wechsel auf Maximalkraft
Doch der Wettkampf ist bei weitem noch nicht entschieden. Das Ziel sind eine Million Kilogramm in insgesamt 72 Stunden. Ab Erreichen der Marke von 750.000 bewegten Kilogramm beginnt für jeden Athleten die Phase 2 des Iron-Cage-Wettbewerbs.
In dieser Phase verschärfen sich die Regeln drastisch: Die Teilnehmer dürfen pro Maschine dann nur noch zehn Wiederholungen absolvieren, bevor sie das Gerät wechseln müssen. Diese Umstellung verschiebt den Fokus von der Kraftausdauer hin zur reinen Maximalkraft – ein Bereich, der traditionell die Stärke der klassischen Gym-Athleten ist.
Ob die Führung der Calisthenics-Profis auch unter diesen veränderten Bedingungen halten kann, bleibt eine der spannendsten Fragen des gesamten Events. Die Athleten müssen nun beweisen, dass ihre aus dem Körpergewichtstraining gewonnene Stabilität auch bei maximalen Gewichten Vorteile bringt.



