TK-Umfrage enthüllt gemischte Zufriedenheit mit Thüringer Gesundheitsversorgung
Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt ein differenziertes Bild der medizinischen Versorgung im Freistaat Thüringen. Während die Hausarztversorgung auf breite Zustimmung stößt, offenbaren sich bei der fachärztlichen Betreuung deutliche Defizite.
Hohe Zufriedenheit bei Hausärzten, Fachärzte lassen zu wünschen übrig
Die vom Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführte Telefonumfrage ergab, dass satte 90 Prozent der befragten Thüringerinnen und Thüringer mit ihrer Hausarztversorgung zufrieden oder sogar sehr zufrieden sind. Im krassen Gegensatz dazu steht die Bewertung der fachärztlichen Versorgung, bei der lediglich 63 Prozent der Befragten Zufriedenheit äußerten.
Für die Studie wurden zwischen dem 25. September und dem 21. Oktober 2025 insgesamt 500 Personen ab 18 Jahren in Thüringen befragt. Die Umfrage ist nach Angaben von Forsa bevölkerungsrepräsentativ und bietet somit ein zuverlässiges Stimmungsbild der Thüringer Bevölkerung.
Suche nach passender Versorgung stellt viele vor Herausforderungen
Ein weiteres zentrales Ergebnis der Untersuchung: Fast alle Thüringerinnen und Thüringer verfügen über einen festen Hausarzt oder eine feste Hausärztin. Dennoch bereitet die Suche nach der richtigen medizinischen Versorgung bei neuen gesundheitlichen Beschwerden vielen Menschen erhebliche Schwierigkeiten.
Konkret antworteten auf die Frage nach der Empfindung bei der Suche nach passender Versorgung mehr als die Hälfte der Befragten mit „sehr leicht“ oder „eher leicht“. Allerdings gaben 42 Prozent an, die Suche als „eher schwer“ oder „sehr schwer“ zu empfinden. Vier Prozent der Teilnehmer machten keine Angaben oder wussten keine Antwort.
Gesundheitssystem als schwer durchdringlicher Dschungel
Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen, kommentierte die Studienergebnisse mit deutlichen Worten. „Die Studie zeigt, dass die Menschen in Thüringen das Gesundheitssystem als schwer durchdringlichen Dschungel empfinden“, so Dressel.
Er kritisierte weiter: „Wann Menschen wie versorgt werden, hängt noch zu oft vom Zufallsprinzip, historischen Mustern, der eigenen Beharrlichkeit am Telefon oder auch von Vergütungsanreizen ab.“ Aus Sicht des TK-Landesvertreters sollte das eigentliche Kriterium jedoch immer die medizinisch gebotene Behandlung sein. „Wer krank ist, möchte schnell wissen, wo er am besten versorgt ist“, betonte Dressel und unterstrich damit den dringenden Handlungsbedarf im Thüringer Gesundheitssystem.
Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass trotz der grundsätzlich hohen Zufriedenheit mit der hausärztlichen Grundversorgung erhebliche Verbesserungspotenziale bei der fachärztlichen Versorgung und der Orientierung im Gesundheitssystem bestehen.



