Zecken-Alarm in Hessen: FSME-Fälle mehr als verdoppelt
Wer beim Wandern auf entsprechende Warnschilder stößt, sollte am Abend seinen Körper besonders gründlich nach Zecken absuchen. Die kleinen Blutsauger können gefährliche Krankheiten übertragen, doch mit dem richtigen Schutz lässt sich das Infektionsrisiko deutlich minimieren. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt.
Impfschutz gegen FSME überprüfen und auffrischen
Die Zeckensaison hat begonnen – und damit steigt die Gefahr einer Infektion mit FSME, der Frühsommer-Meningoenzephalitis, einer von Zecken übertragenen Entzündung des Gehirns. Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz von der CDU rät dringend dazu, den eigenen Impfstatus zu kontrollieren, insbesondere vor Ausflügen in ausgewiesene Risikogebiete.
In Hessen sind aktuell zehn Land- und Stadtkreise als FSME-Risikogebiete klassifiziert. Dazu zählen die Städte Offenbach und Darmstadt sowie die Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Fulda, Groß-Gerau, Main-Kinzig, Marburg-Biedenkopf, Odenwald und der Kreis Offenbach. Die Zahlen sind alarmierend: Im Jahr 2025 wurden in Hessen 25 FSME-Fälle registriert, während es im Vorjahr lediglich zehn Fälle gewesen waren – eine mehr als Verdoppelung.
Ihr Hausarzt oder Kinderarzt berät Sie umfassend zum Thema Impfung. Wichtig ist dabei: Nur regelmäßige Auffrischungen garantieren einen vollständigen Schutz. Zudem sollte bedacht werden, dass FSME-Infektionen auch außerhalb der offiziell ausgewiesenen Risikogebiete vorkommen können.
Effektiver Schutz vor Zeckenstichen: Praktische Tipps
Schon bei milden Temperaturen ab etwa sieben Grad Celsius werden Zecken aktiv. Ihre bevorzugten Verstecke sind Gebüsch, hohes Gras und Laubhaufen. Um sich zu schützen, sollten Sie Kleidung tragen, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt. Zusätzlichen, allerdings zeitlich begrenzten Schutz bieten spezielle Insektenmittel, die auf die Haut aufgetragen werden.
Nach jedem Aufenthalt im Freien ist eine gründliche Körperkontrolle unerlässlich. Falls Sie eine Zecke entdecken, entfernen Sie diese umgehend mit einer feinen Splitterpinzette oder einem speziellen Zeckenset. Achten Sie darauf, die Zecke dabei nicht zu quetschen, um das Risiko einer Infektion zu minimieren.
Borreliose: Rechtzeitige Erkennung ist entscheidend
Gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Borreliose existiert keine Impfung. Diese bakterielle Infektion lässt sich jedoch gut mit Antibiotika behandeln, vorausgesetzt, sie wird frühzeitig erkannt. Achten Sie auf Warnsignale: Tritt innerhalb weniger Wochen nach einem Zeckenstich eine Hautveränderung auf oder entwickeln Sie grippeartige Symptome, suchen Sie bitte umgehend eine Arztpraxis auf.
Die Kombination aus bewusstem Verhalten, angemessener Kleidung, regelmäßiger Kontrolle und einem aktuellen Impfschutz bildet die beste Verteidigung gegen die von Zecken übertragenen Krankheiten. Bleiben Sie wachsam, besonders in den hessischen Risikogebieten.



