Studie schockiert: Fast alle Neugeborenen tragen Antibiotikaresistenz-Gene in sich
Studie: Fast alle Babys tragen Antibiotikaresistenz-Gene

Alarmierende Studie: Antibiotikaresistenz-Gene bei fast allen Neugeborenen nachgewiesen

Eine bahnbrechende Untersuchung aus Griechenland wirft ein beunruhigendes Licht auf den Start ins Leben. Wissenschaftler der Aristoteles-Universität Thessaloniki haben in einer umfangreichen Studie festgestellt, dass fast alle untersuchten Neugeborenen bereits kurz nach ihrer Geburt genetische Spuren von Antibiotikaresistenzen in sich tragen.

Besorgniserregende Ergebnisse bei Stuhlproben-Analyse

Die Forscher untersuchten für ihre Studie, die im European Medical Journal veröffentlicht wurde, insgesamt 105 Neugeborene auf einer Intensivstation. Die Analyse ihrer Mekonium-Proben – also des ersten Stuhls nach der Geburt – ergab schockierende Befunde: In fast allen Proben fanden sich mehrere Gene, die Bakterien gegen Antibiotika resistent machen können.

Besonders häufig nachweisbar waren die Resistenzmarker oqxA und qnrS, die in nahezu jeder Probe auftraten. Zudem entdeckten die Wissenschaftler mehrere Gene für Beta-Laktamasen-Enzyme, die in der Lage sind, gängige Antibiotika abzubauen und unwirksam zu machen.

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Durchschnittlich acht Resistenzgene pro Baby

Die Dimension des Problems wird deutlich, wenn man die quantitative Auswertung betrachtet: Jede untersuchte Stuhlprobe enthielt laut Studie durchschnittlich acht verschiedene Resistenzgene. Noch alarmierender ist die Tatsache, dass bei jedem fünften Neugeborenen sogar Gene nachgewiesen wurden, die mit Resistenzen gegen besonders wichtige Breitbandantibiotika in Verbindung stehen.

Die leitende Autorin der Studie, Argyro Ftergioti, bezeichnete die Ergebnisse als „besorgniserregend“ und erklärte, dass es sich um die bislang größte Untersuchung dieser Art handele. Die Resistenzmuster scheinen demnach schon sehr früh im Leben angelegt zu sein – möglicherweise bereits in den ersten Lebensstunden.

Mögliche Übertragungswege und Risikofaktoren

Die Studie identifizierte mehrere Faktoren, die zur frühen Bildung von Antibiotikaresistenzen beitragen könnten:

  • Mütterliche Übertragung während der Schwangerschaft oder Geburt
  • Die Art der Geburt (natürliche Geburt versus Kaiserschnitt)
  • Frühe Krankenhauskontakte und invasive medizinische Maßnahmen

Konkret konnte ein Zusammenhang zwischen dem msrA-Gen – einem Resistenzgen gegen bestimmte Antibiotika – und einem Krankenhausaufenthalt der Mutter während der Schwangerschaft beobachtet werden. Zudem wiesen Babys mit einem zentralen venösen Katheter in den ersten 24 Lebensstunden signifikant mehr Resistenzgene auf.

Konsequenzen für die Neugeborenenversorgung

Die Ergebnisse werfen grundlegende Fragen zur aktuellen Praxis in der Neugeborenenversorgung auf. Seit Jahren diskutieren Experten, wie stark Krankenhausumgebungen, invasive medizinische Maßnahmen und frühe Antibiotikagaben das mikrobielle Umfeld von Neugeborenen prägen oder sogar schädigen können.

Ftergioti betonte, dass noch deutlich mehr Forschung notwendig sei, um vollständig zu verstehen, wie sich diese frühen Resistenzmuster auf das Mikrobiom der Babys und ihr langfristiges Infektionsrisiko auswirken. Dennoch unterstreichen die aktuellen Ergebnisse bereits jetzt die immense Bedeutung von verbesserter Überwachung, konsequenter Infektionsprävention und strengeren Kontrollmaßnahmen in der Neugeborenenversorgung.

Die Studie macht deutlich, dass das Problem der Antibiotikaresistenzen nicht erst im späteren Leben beginnt, sondern bereits in den allerersten Lebensstunden seinen Ursprung nehmen kann – eine Erkenntnis, die das medizinische Verständnis von Infektionskrankheiten und deren Behandlung nachhaltig verändern könnte.

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