Neue Krankenhausseelsorgerin in Eberswalde: Friederike Feldmann übernimmt im Forßmann-Klinikum
Neue Krankenhausseelsorgerin in Eberswalde übernimmt Amt

Neue Krankenhausseelsorgerin in Eberswalde: Friederike Feldmann übernimmt im Forßmann-Klinikum

Im Werner Forßmann Klinikum in Eberswalde hat ein wichtiger Wechsel stattgefunden. Die 30-jährige Pfarrerin Friederike Feldmann ist die neue Krankenhausseelsorgerin und folgt damit auf Pfarrer Andreas Reich, der nach vielen Jahren Dienst in den wohlverdienten Ruhestand getreten ist. Diese Information bestätigte Andreas Gericke, der Pressesprecher des Klinikums, in einer aktuellen Mitteilung.

Begleitung für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter

Friederike Feldmann versteht ihre Aufgabe als umfassende Begleitung, die weit über rein religiöse Aspekte hinausgeht. „Krankenhausseelsorge bedeutet Begleitung, Zuspruch und Trost für jeden“, betont die junge Pfarrerin, die zugleich an der Maria-Magdalena-Kirche in Eberswalde tätig ist. Ihre Dienste stehen ausdrücklich allen Menschen offen, unabhängig von deren Konfession oder religiöser Bindung.

„Für mich selbst ist es immer wieder berührend und bereichernd, Menschen so nahe sein zu dürfen“, beschreibt Feldmann ihre Motivation. Bereits kurz nach ihrem Amtsantritt suchte eine Patientin auf der Palliativstation bewusst ihr Gespräch. „Keine Christin, wie sie von sich sagte, aber sie suchte jemanden, der ihr zuhören kann“, erinnert sich die Seelsorgerin an diese erste Begegnung mit einer älteren, unheilbar erkrankten Dame.

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Spirituelle Bedürfnisse in einer mehrheitlich religionslosen Region

Die neue Seelsorgerin ist sich der besonderen Herausforderungen in Brandenburg bewusst, wo sich die Mehrheit der Bevölkerung als religionslos bezeichnet. „Das bedeutet nicht, dass Menschen in kritischen Situationen nicht Halt benötigen oder spirituelle Bedürfnisse haben“, stellt Feldmann klar. Gerade in Zeiten schwerer Erkrankungen, nach Unfällen mit bleibenden Folgen oder am Lebensende entstehe oft ein tiefes Bedürfnis nach menschlicher Nähe und Zuspruch.

Ihr Ansatz ist dabei bewusst nicht-direktiv: „Ich möchte in den Gesprächen keine Lösungen vorgeben, sondern beim Finden eines gangbaren Weges helfen.“ Oft fehlten einfach Angehörige oder Menschen, die sich Zeit nehmen könnten – eine Lücke, die das medizinische Personal in seinem anspruchsvollen Alltag nicht immer schließen könne.

Integration in das Klinikteam und das Ethikkomitee

Die Verwaltungsdirektorin des Klinikums, Marita Schönemann, zeigt sich erfreut über die Neubesetzung: „Wir freuen uns sehr, dass wir die Krankenhausseelsorge in unserem Haus wieder besetzen konnten.“ Gerade in Zeiten von Krankheit, Unsicherheit und Krisen sei eine verlässliche Ansprechpartnerin für Gespräche, Trost und Orientierung von unschätzbarem Wert.

Friederike Feldmann wird nicht nur Patienten und deren Angehörige begleiten, sondern auch in das Ethikkomitee des Forßmann-Klinikums eingebunden sein. Dieses Gremium befasst sich intensiv mit Entscheidungen an der Grenze von Leben und Tod. Von der Leiterin des Ethikkomitees, Viola Franke, fühlt sich die neue Seelsorgerin bereits herzlich aufgenommen.

Persönlicher Hintergrund und berufliche Erfahrungen

Die 30-Jährige kommt aus einem christlichen Elternhaus – ihr Großvater war bereits Pfarrer in der DDR – und ist von zahlreichen Familienmitgliedern umgeben, die in medizinischen Berufen arbeiten. Diese familiäre Prägung passt ideal zu ihrer neuen Aufgabe im Krankenhaus.

Bereits während ihres Theologiestudiums sammelte Feldmann wertvolle Erfahrungen in der Hospizarbeit im Königin Elisabeth Krankenhaus Herzberge in Berlin. Nach dem Abitur absolvierte sie zudem ein Freiwilliges Soziales Jahr in Großbritannien, wo sie mit Jugendlichen, Obdachlosen und in einem Altenheim arbeitete.

Mit ihrem Mann ist die Pfarrerin zu Beginn dieses Jahres von Berlin in die Barnimer Kreisstadt Eberswalde gezogen, wo sie nun ihre vielschichtige Aufgabe mit großer Hingabe angeht. Ihr Dienst trägt nach eigener Überzeugung zur ganzheitlichen Heilung bei, bietet seelische, emotionale und geistliche Unterstützung und stärkt das Wohlbefinden in schwierigen Lebensphasen.

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