Wort zum Sonntag: Warum Singen die Angst vertreiben kann
Wort zum Sonntag: Singen gegen Angst

Hätten Sie es gewusst: Wer singt, hat keine Angst! Der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther hat bei seinen Forschungen herausgefunden, dass unser Gehirn nicht gleichzeitig singen und Angst haben kann. Er ist überzeugt: Singen aktiviert die Selbstheilungskräfte im Körper und vermittelt Selbstwirksamkeit. Zudem wirkt es als hervorragendes Mittel gegen Stress. Wie schön, dass wir im Kirchenjahr einen extra Sonntag nur für das Singen haben: Kantate – Singt!

Ein Lied für jede Lebenslage

Singen ist fast bei jeder Gelegenheit möglich: Die Stadiongesänge der Fans „Hansa for ever!“, das Schlaflied am Kinderbett „Schlaf Kindlein schlaf …“, der Beerdigungsschlager „So nimm' denn meine Hände!“ oder der kurze Kanon „Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König!“. Ein Lied für jede Lebenslage zu haben, kann uns die entscheidende Zuversicht geben und Hoffnung schenken. Wann haben Sie das letzte Mal ein Lied auf den Lippen gehabt?

Gemeinsam singen bewegt mehr

Noch schöner als alleine zu singen, ist es zusammen mit anderen Menschen zu singen – ob im Chor oder spontan bei einem Flashmob auf der Straße. Es gab Zeiten, in denen gemeinsames Singen Politiker zum Einlenken bewegte oder gar politische Systeme zum Einsturz brachte. So wie im März 1963 in Washington, als eine viertel Million Menschen gemeinsam „We shall overcome“ schmetterten. Oder im Herbst 1989, als immer mehr Menschen sich den Demonstrationen anschlossen und mit Kerzen und Liedern aus der Kirche auf die Straßen gingen. Das Lied „Vertraut den neuen Wegen“ ist in dieser Zeit entstanden, und die Wendehymne „Wind of change“ der Scorpions mit dem langen Pfeifintro ist wahrscheinlich vielen im Ohr.

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Wir können für Hoffnung singen

Früher hatte jede Generation ihre Protestsongs, die Missstände kreativ anmahnten und Lösungen aufzeigten. Im Wochenspruch heißt es: „Singt! Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“ (Psalm 98,1). Vielleicht brauchen wir neue alte und alte neue Lieder. Vielleicht müssen wir auch einfach nur öfter zum Singen zusammenkommen. Vielleicht fängt es mit einem Lied auf den Lippen im stillen Kämmerlein an. Vielleicht ereignet sich das Wunder genau im gemeinsamen Singen. Wir können singen gegen die Angst, für die Hoffnung, um unser Leben und um nicht aufzugeben.

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