Berlin plant Mega-Events: IBA, Expo 2035 und Olympia als Zukunftsprojekte trotz Schulden
Berlin plant IBA, Expo 2035 und Olympia als Zukunftsprojekte

Berlin plant Mega-Events: IBA, Expo 2035 und Olympia als Zukunftsprojekte

Nach Olympischen Spielen und Weltausstellung Expo hat sich Berlin ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die Hauptstadt will nun auch die weltgrößte Bau-Messe ausrichten. Die Architekten von Gerkan, Marg & Partner (gmp), die bereits den stillgelegten Flughafen Tegel entworfen haben, haben eine visionäre Planung für die Expo 2035 auf dem ehemaligen Flughafengelände entwickelt. Ein besonderer Hingucker soll dabei ein Aussichtsturm mit scheinbar schwebenden Glasringen werden, der als neues Wahrzeichen Berlins dienen könnte.

Drei Großprojekte für die Zukunft der Hauptstadt

Die deutsche Hauptstadt hat sich für die kommenden Jahrzehnte viel vorgenommen. Neben der Weltausstellung Expo 2035 plant Berlin parallel dazu die Internationale Bauausstellung von 2034 bis 2037, die neue Impulse für bisher ungenutzte Flächen setzen soll. Als drittes Mega-Event stehen die Olympischen Spiele 2040 oder 2044 auf der Agenda, wobei Berlin hier noch mit München, Hamburg und Nordrhein-Westfalen um den Zuschlag für die deutsche Bewerbung ringt.

Diese ambitionierten Pläne kommen zu einer Zeit, in der im Berliner Alltag zahlreiche Probleme sichtbar sind: vereiste Gehwege, stillstehende Rolltreppen im Hauptbahnhof, brandneue Straßenbahnen, die möglicherweise zu schwer für Tunnel unter den Gleisen sind. Hinzu kommen mehr als 70 Milliarden Euro Schulden, die die Haushaltslage der Stadt belasten.

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Bauausstellung als Stadtreparatur

Ein wichtiger Baustein der Stadtentwicklung ist die geplante Internationale Bauausstellung (IBA), die der Berliner Senat am Dienstag beschlossen hat. „Sie ist ein mehrjähriger Prozess und kein temporäres Ereignis“, erklärt Bausenator Christian Gaebler (61, SPD). „Es geht um wichtige Fragen, etwa wie man brachliegende Flächen und nicht mehr genutzte Gebäude sinnvoll für Menschen entwickeln und umbauen kann.“

Die IBA soll entlang des S-Bahnrings und großer Ausfallstraßen realisiert werden. Die Kosten für die künftige IBA-Gesellschaft werden inklusive Planung in zehn Jahren auf rund 97 Millionen Euro geschätzt. Private Investoren sollen in Projekte rund 1 Milliarde Euro investieren. Während der vier Ausstellungsjahre rechnet man mit etwa einer Million zusätzlicher Übernachtungen. Seit mehr als 100 Jahren verändern Internationale Bauausstellungen nachhaltig die Stadtentwicklung.

Konkurrenz um die Expo 2035

Heiß umkämpft bleibt die Bewerbung für die Expo 2035. Berlin könnte die Weltausstellung noch an US-Präsident Donald Trump (79) verlieren, der seinen Favoriten Miami ins Rennen schickt. In Berlin werden als mögliche Austragungsorte der frühere Flughafen Tegel oder ein Areal neben dem BER in Schönefeld diskutiert.

Die Infrastrukturkosten, inklusive U-Bahn-Verlängerung, werden auf 2,1 Milliarden Euro geschätzt, die durch Ticketverkäufe wieder eingespielt werden sollen. Die Länder-Pavillons würden die Teilnehmer auf eigene Kosten errichten. Ein Problem stellt die zeitliche Überschneidung mit den Olympia-Plänen dar: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) zögert mit der Expo-Bewerbung, um die Olympia-Pläne nicht zu schwächen. Doch die Zeit drängt: Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) müsste den Bewerbungsbrief in den nächsten Monaten in Paris abgeben, wo Ende 2027 die Entscheidung fällt.

Wirtschaftlicher Booster oder finanzielle Belastung?

Drei Groß-Events in relativ kurzer Folge – wie realistisch ist dieses Vorhaben? Berlins IHK-Präsident Sebastian Stietzel (45) sieht darin eine große Chance: „IBA, Expo und Olympia sind eine riesige Chance für ganz Deutschland, denn sie wirken weit über Berlin hinaus. Klug kombiniert wird daraus der Wirtschaftsbooster, den wir hierzulande so dringend brauchen. Ein solches Zukunftsjahrzehnt wäre eine Aufbauhilfe für ein Deutschland 3.0 … und die Hauptstadt Berlin kann das!“

Skeptischer äußert sich Alexander Kraus vom Steuerzahlerbund: „Ich sehe die Ambitionen Berlins auf die Olympischen Spiele und die Expo äußerst kritisch. Die erforderlichen Investitionen müssten komplett mit Krediten finanziert werden. Die Behauptung, dass das Geld wieder in den Landeshaushalt zurückfließt, folgt mehr dem Prinzip Hoffnung als einer ökonomischen Analyse.“

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Neben diesen drei Großprojekten steht übrigens noch ein viertes Mega-Event an: der 800. Geburtstag Berlins im Jahr 2037. Die Hauptstadt bereitet sich damit auf ein Jahrzehnt der Großveranstaltungen vor, das die Stadt nachhaltig verändern könnte.