Dessau-Roßlau/MZ. - Einige Passanten staunten nicht schlecht, als am vergangenen Dienstag die Seitentür zur traditionsreichen Dessau-Roßlauer Südschwimmhalle nach Jahren wieder offen stand. Das 1976 erbaute Hallenbad wurde 2018 geschlossen und verfällt seither zunehmend. Die geöffneten Tore waren jedoch kein Zufall: 130 Architekturstudenten aus ganz Deutschland besuchten das Gebäude im Rahmen eines Wettbewerbs zum Erhalt und zur Umnutzung historischer Bausubstanz. Gibt es für die Südschwimmhalle also neue Hoffnung?
Wettbewerb belebt Diskussion um Schwimmhalle
Der Architekturwettbewerb, der von der Stadt Dessau-Roßlau in Zusammenarbeit mit mehreren Hochschulen initiiert wurde, zielt darauf ab, innovative Konzepte für die Zukunft der Südschwimmhalle zu entwickeln. Die Studenten hatten die Gelegenheit, das Gebäude zu besichtigen und sich ein Bild von dessen Zustand zu machen. Die Stadt erhofft sich von den eingereichten Arbeiten frische Impulse für eine mögliche Wiederbelebung des Areals.
Zustand des Gebäudes
Seit der Schließung vor acht Jahren hat die Bausubstanz merklich gelitten. Feuchtigkeit, Vandalismus und fehlende Wartung hinterlassen ihre Spuren. Dennoch sehen Experten Potenzial in der markanten Architektur des Hallenbads, das ein typisches Beispiel für die Baukunst der 1970er Jahre ist. Die Studenten sollen nun Vorschläge erarbeiten, wie das Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden kann – sei es als Kulturzentrum, Sportstätte oder für andere Zwecke.
Reaktionen aus der Bevölkerung
Die Nachricht von der Besichtigung hat in der Dessau-Roßlauer Bevölkerung Hoffnung geweckt. Viele Bürger erinnern sich wehmütig an das Schwimmbad, das über Jahrzehnte ein beliebter Treffpunkt war. In sozialen Medien und lokalen Foren wird bereits über die mögliche Zukunft des Gebäudes diskutiert. Einige wünschen sich eine Wiedereröffnung als Schwimmbad, andere plädieren für eine kulturelle Nutzung.
Nächste Schritte
Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden in den kommenden Monaten erwartet. Eine Jury aus Architekten, Stadtplanern und Vertretern der Stadt wird die besten Konzepte auswählen und prämieren. Ob daraus tatsächlich ein konkretes Umbauprojekt entsteht, hängt jedoch auch von der Finanzierung ab. Die Stadtverwaltung zeigt sich optimistisch, dass der Wettbewerb neue Wege aufzeigen kann, um die historische Bausubstanz zu erhalten und gleichzeitig einen Mehrwert für die Gemeinschaft zu schaffen.



