Die Europäische Bildungsstätte für Lehmbau in Wangelin hat eine neue Geschäftsführung. Uta Herz, die die Einrichtung über zwei Jahrzehnte geprägt hat, übergab den Staffelstab an Marion Eschenbach. Herz, inzwischen 73 Jahre alt, leitete die Bildungsstätte zunächst als Leiterin und ab 2017 als Geschäftsführerin. Ihre Arbeit war wegweisend für den Lehmbau in Deutschland und Europa und trug maßgeblich zur Bauwende bei.
Wangelin: Seit über 20 Jahren ein Hotspot für Lehmbau
Heute ist Lehm als Baustoff fest etabliert – ein Erfolg, der auch dem visionären Einsatz von Uta Herz zu verdanken ist. Mit unermüdlichem Engagement und Weitblick setzte sie neue Impulse und arbeitete oft rund um die Uhr. Den Grundstein für die Bildungsstätte legte 2002 das europäische Projekt „Lehmputze und Gestaltung“. In Zusammenarbeit mit fünf europäischen Partnern entstand der Lehrgang „Gestalter für Lehmputze“, der von der Handwerkskammer Schwerin zertifiziert wurde.
Die Unterrichtsmaterialien wurden inzwischen in 13 Sprachen übersetzt. Zwischen 2006 und 2013 fanden Train-the-Trainer-Kurse statt, die über 100 Teilnehmer aus 15 Ländern Europas und Japan nach Wangelin brachten. In dieser Zeit entstand auch das europäische Netzwerk Learn°Earth, das bis heute aktiv ist. Ein weiteres Highlight sind die Europäischen Lehmbautage, die als Treffpunkt der Lehmbau-Community Europas gelten und wichtige Impulse für nachhaltiges Bauen setzen. Besonders am Herzen lag Uta Herz die Förderung des handwerklichen Nachwuchses: Die Wangeliner Workcamps halfen zahlreichen jungen Menschen, ihren Weg ins Bauhandwerk zu finden.
Übergabe an die nächste Generation
Mit 73 Jahren hat Uta Herz die Leitung der Bildungsstätte in jüngere Hände übergeben. Seit Kurzem führt Marion Eschenbach die Geschäfte. „Wir müssen die Bauwende nutzen“, ist Eschenbach überzeugt, dass Lehm für Bauprojekte der Zukunft eine immer größere Rolle spielt: „Lehm erlebt eine Renaissance.“ Dennoch bleibt Uta Herz der Institution verbunden: Gemeinsam mit Willi Schulze und Jörg Depta wirkt sie weiterhin als Gesellschafterin der gemeinnützigen GmbH. Auch das Lehmmuseum in Gnevsdorf profitiert von ihrem Engagement. Utas Lebenswerk zeigt, dass eine einzelne Person mit Vision und Tatkraft Großes bewirken kann.



