Nürnberg – Die Nordkurve des Nürnberger Stadions soll nach dem geplanten Vollumbau zur neuen Attraktion werden. Erste detaillierte Planzeichnungen des Stuttgarter Architekturbüros „asp“ zeigen eine beeindruckende Zwei-Rang-Tribüne, die bis zu 15.700 Stehplätze und 7.800 Sitzplätze bieten wird. Die Pläne wurden vom scheidenden „Stadion-Bürgermeister“ Christian Vogel (SPD) auf Instagram veröffentlicht, kurz bevor der Nürnberger Stadtrat am 6. Mai neu konstituiert wird. Dann wird der Stadion-Vollumbau in die Zuständigkeit des zweiten Bürgermeisters Andreas Krieglstein (CSU) fallen.
Detailreiche Planungen für die Nordkurve
Die von Vogel geteilten Screenshots zeigen unter anderem die genaue Anordnung der Tribünenränge und Blöcke, Abstandsmessungen zum Spielfeld sowie die Positionierung der VIP-Logen und Business-Plätze. Das Stadion behält seine markante Achteckform. Besonders auffällig: Im Oberrang der Nordkurve wird es keine sogenannten Mundlöcher – also Durchgänge unter der Tribüne – geben. Dadurch können die Ränge optimal genutzt werden. Die Planungen sollen den Wünschen der Fans in diesem Bereich sehr nahekommen.
Gästefans in der Südkurve
Für Gästefans ist eine Kapazität von bis zu 8.800 Zuschauern vorgesehen. Sie werden in der Südkurve direkt hinter dem Tor im mittleren Block platziert, wie bereits angekündigt. Im Unterrang des Stadions sind nach dem Umbau 19 Stufen geplant (auf der Haupttribüne 17), im Oberrang 30. Die Gesamtkapazität bleibt bei 50.000 Besuchern.
Offene Fragen zur Umsetzung
Wie nah diese Zeichnungen am endgültigen Stadion sein werden, ist nach Informationen der Bild noch völlig offen. Das Stuttgarter Planungsbüro soll bis Juli dem Nürnberger Stadtrat seine konkreten Vorplanungen vorlegen, auf deren Grundlage die Politiker grünes Licht für den Vollumbau geben können. Angesichts der extrem angespannten Haushaltslage wird die Umsetzung des 300 Millionen Euro teuren Projekts jedoch mindestens herausfordernd. Nach Bild-Informationen wollen Stadt, Freistaat und der 1. FC Nürnberg ein Eigenkapital von bis zu 200 Millionen Euro (inklusive Grundstückswert des Stadionareals) einbringen. Für den Rest soll ein Darlehen aufgenommen werden.
Vogel: „Projekt ist real“
Christian Vogel zeigte sich auf Instagram optimistisch: „Wir sind in Sachen Stadion einen gewaltigen Schritt vorangekommen. Ein besonderes Projekt für Nürnberg und die ganze Region haben wir hier gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg auf den Weg gebracht. Auch wenn es für viele lange nicht denkbar war, können wir heute sagen: Das Projekt ist real und kann umgesetzt werden. Wir haben den Schritt von der Mangelverwaltung hin zu einem zukunftsfähigen Projekt geschafft.“
In der Machbarkeitsstudie wird „asp“ auch durchrechnen, wie teuer ein Umbau im laufenden Betrieb wäre oder ob ein Umzug in ein Ausweichstadion sinnvoll ist. Die endgültige Entscheidung liegt beim Stadtrat, der nach der Neukonstituierung unter anderem über die Finanzierung des Prestigeprojekts beraten wird.



