Berliner Staatsbibliothek schließt ab 2030 für elf Jahre: 1,1 Milliarden Euro Sanierung geplant
Staatsbibliothek Berlin schließt 2030 für elf Jahre Sanierung

Berliner Staatsbibliothek schließt ab 2030 für elf Jahre: 1,1 Milliarden Euro Sanierung geplant

Die Hauptstadt Berlin bekommt ihre nächste langfristige Baustelle: Die Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße wird ab dem Jahr 2030 für eine umfassende Sanierung komplett geschlossen. Die Schließung wird voraussichtlich elf Jahre andauern, mit einer geplanten Wiedereröffnung im Jahr 2041. Dies bedeutet, dass bis zu 3000 tägliche Nutzer ihre Lese- und Arbeitsplätze verlieren werden.

Kosten und Finanzierung des Mammutprojekts

Die Sanierungskosten sind auf 1,1 Milliarden Euro veranschlagt, wobei der Bund diese Summe bereits freigegeben hat. Zusätzlich sind 350 Millionen Euro als Puffer für eventuelle Baukostensteigerungen eingeplant. Das Gebäude, das nach 40 Jahren intensiver Nutzung sanierungsbedürftig ist, gilt als Architektur-Ikone. Es wurde von Star-Architekt Hans Scharoun entworfen und von seinem Mitarbeiter Edgar Wisniewski im Jahr 1978 fertiggestellt.

Umfangreiche Schäden und technische Herausforderungen

Bei einer Präsentation der Pläne am Mittwoch durch SPK-Generaldirektorin Marion Ackermann sowie Vertreter des Architekturbüros gmp, des Bundesamtes für Bauwesen und der Staatsbibliothek wurden die gravierenden Schäden deutlich. Eine Teil-Schließung der 114.000 Quadratmeter Nutzfläche auf zwölf Etagen ist nicht möglich, da sämtliche technische Anlagen zusammenhängen. Sichtbare Mängel umfassen:

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  • Abgeplatzte Kacheln nach einer Havarie im Fernwärmeübergaberaum im zweiten Untergeschoss
  • Beschädigte Natursteinplatten im Foyer
  • Einige gesperrte Aufzüge und Toiletten

Details der Sanierungsarbeiten

Die Sanierung erweist sich als äußerst komplexes Vorhaben. Geplant sind unter anderem:

  1. Der Ausbau, die Kartierung und Wiedereinbringung von 5000 Quadratmetern Natursteinbodenplatten im Foyer nach Installation einer Fußbodenheizung
  2. Austausch von 80 Klimaanlagen und 2000 Kilometern Elektrokabel
  3. Erneuerung maroder Wasserrohre

Verbesserungen und Rückbesinnung auf Scharouns Vision

Nach der Sanierung sollen mehrere Verbesserungen umgesetzt werden, die ursprünglich von Hans Scharoun konzipiert wurden. Dazu gehören:

  • Abbau der Schalter im Foyer, die nicht im Scharoun-Entwurf vorgesehen waren, und Abschaffung der Ausweiskontrolle an dieser Stelle
  • Elektronische Sicherung der Bücher
  • Schaffung von 1000 Leseplätzen und Entfernung der später hinzugefügten Regale mit Präsenzbüchern
  • Ertüchtigung und Nutzbarmachung der Außenanlagen
  • Beseitigung der Parkplätze vor dem Haus zugunsten von Grünflächen, im Einklang mit der Verkehrswende

Logistische Herausforderungen und Interimsbauten

Zunächst müssen die Bestände des viergeschossigen Bücherturms im Haus umziehen. Für das Iberoamerikanische Institut entsteht ein 90 Millionen Euro teurer Interimsbau an der Tiergartenstraße. Hierfür könnte die vorhandene Baugrube eines nie realisierten Hotel-Projekts genutzt werden.

Insgesamt markiert diese Sanierung ein weiteres Großprojekt in Berlin, das nicht nur bauliche, sondern auch logistische und nutzerbezogene Herausforderungen mit sich bringt. Die elf Jahre dauernde Schließung wird die wissenschaftliche und kulturelle Landschaft der Stadt nachhaltig beeinflussen.

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