Umweltminister setzt auf recycelte Baustoffe für Bundesbauprojekte
Bei Bauvorhaben des Bundes sollen künftig recycelte Baustoffe Vorrang erhalten. Dies fordert Umweltminister Carsten Schneider (SPD) und betont, dass diese Regelung auch für Großprojekte der Deutschen Bahn und der Autobahngesellschaft gelten solle. In den kommenden Jahren würden hier viele Milliarden Euro verbaut, sodass die Nachfrage des Bundes einen entscheidenden Hebel für den Markt darstelle. Allerdings räumte Schneider ein, dass diese sogenannte Bevorzugungspflicht für Sekundärrohstoffe noch nicht Konsens innerhalb der Bundesregierung sei. „Ich arbeite daran“, erklärte der Minister in Berlin.
Neues Gutachten zum zirkulären Bauen übergeben
Gemeinsam mit Bauministerin Verena Hubertz (SPD) nahm Schneider ein Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) entgegen, das sich mit dem Konzept des zirkulären Bauens befasst. Dieses Konzept umfasst zwei zentrale Aspekte:
- Bestehende Gebäude sollten möglichst weiter genutzt werden, anstatt sie abzureißen.
- Falls Abriss oder Umbau unvermeidbar sind, sollen Baustoffe sowie Bauelemente wie Fenster oder Türen wiederverwendet werden.
Potenzial und Hindernisse des zirkulären Bauens
Laut dem Gutachten ließen sich diese negativen Auswirkungen durch zirkuläres Bauen deutlich reduzieren. Als Hindernisse identifiziert der Sachverständigenrat jedoch rechtliche Unsicherheiten bei der Nutzung recycelter Baustoffe, die Furcht vor Schadstoffen sowie oft höhere Preise. Der Rat schlägt vor, Umwelt- und Klimalasten bei neu hergestellten Baustoffen zu berücksichtigen und sie durch eine Steuer oder den CO2-Preis zu verteuern. Umweltminister Schneider lehnte diesen Vorschlag jedoch ab. „Mit weiteren Steuererhöhungen beschäftige ich mich gerade nicht“, betonte er. Stattdessen setzt er auf die Marktwirkung der staatlichen Nachfrage, um recycelte Baustoffe zu fördern und so die Kreislaufwirtschaft im Bausektor voranzutreiben.



