Oldtimer-Treffen in Züsedom: Zweiräder dominieren nach 20 Jahren
Züsedom: Zweiräder dominieren Oldtimer-Treffen

Oldtimer-Fans hatten am Sonnabend wieder ein Ziel: Züsedom. Zweiräder dominierten das Bild. Für die Aussteller gab es dieses Mal ein Buch, das ein Kenner der Szene geschrieben hat.

20 Jahre Oldtimer-Treffen in Züsedom

Dietrich Linde ist seit Jahren begeisterter Oldtimer-Fan. Der 82-Jährige aus Torgelow gehört zur 2-Takt-Brigade Pommern mit Sitz in Hammer. Mit seiner gelben Schwalbe ist er zum Oldtimer-Treffen nach Züsedom gekommen. „Wir sind jedes Jahr dabei und kommen auch bei Regen“, sagte der rüstige Rentner. Trotz seiner Vorliebe für historische Technik kannte er das Buch „Auf nach Alabama – Fünf Freunde – fünf Traktoren – Ein Weg“ nicht. Geschrieben hat das gut 500 Seiten starke Werk der ausgesprochene Oldtimer-Fan Olaf Krüger aus Groß Daberkow bei Strasburg. In dem Buch geht es um die Reise von fünf Freunden per Traktor zu einem großen Oldtimer-Treffen nach Philadelphia, einem Ortsteil von Storkow im Landkreis Oder-Spree.

Buch als Dank für Aussteller

„Von dem Buch gibt es nur noch wenige Exemplare. Wir haben uns gedacht, es ist eine schöne Geste, den Ausstellern eines zu überreichen. Es ist auch als Dank zu verstehen für die Treue, die uns viele seit Jahren halten“, meinte Jörg Splettstößer. Vor 20 Jahren, 2006, fand das erste Treffen auf Splettis Oldtimer-Hof in Züsedom statt.

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Zweirad-Besitzer in der Überzahl

In den vergangenen 20 Jahren habe sich hauptsächlich das Bild der Aussteller verändert, erklärte Jörg Splettstößer. Während früher zahlreiche Besitzer von Kleinwagen wie dem Trabanten oder dessen Vorgänger P70 zu den Ausstellern gehörten, würden heute hauptsächlich Zweiräder das Bild beim Treffen dominieren. „Auffallend bei den Zweirad-Besitzern sind die vielen jungen Leute darunter. Schwalbe und Simson S50 sind bei diesen beliebt. Und für die bekommt man auch heute noch alle Ersatzteile“, sagte der Züsedomer.

Krad für Sohn steht schon bereit

Auf etwas ältere Modelle schwört Remo Neumann aus Rossow, der mit Sohn Hans (9) und seinem Motorrad RT, Baujahr 1956, nach Züsedom gekommen ist. Das historische Krad habe er mit seinem Bruder aufgebaut, der ebenfalls Oldtimer-Fan sei. Und für den Sohnmann stehe eine RT „schon im Karton“. Oldtimer-Treffen in der Region besuche er regelmäßig. Manchmal gehe es auch etwas weiter weg. Erst vor ein paar Tagen sei er beim großen Ostfahrzeugetreffen in Finowfurt gewesen. „Damals nach der Wende hat man viele alte Fahrzeuge verschenkt oder in den Schrott geschmissen. Heute sind sie wieder begehrt“, meinte Remo Neumann.

Spritkosten zu vernachlässigen

Die hohen Spritpreise sind indes für die Oldtimer-Freunde kein Hindernis, ein Treffen abzusagen oder nicht dorthin zu fahren. „Bei meiner Anreise von etwa 30 Kilometern sind das etwa zwei Liter. Das kann man vernachlässigen“, erklärte Ulrich Martin, dessen Oldtimer IFA F8, Baujahr 1954, ein Hingucker in Züsedom war. Zwischen sechs und acht Liter Gemisch benötige das Fahrzeug. Es sei schön, dass das Interesse an solchen Treffen nach wie vor groß sei. Zum Apfelmarkt in Waldeshöhe am ersten Oktober-Wochenende werde es auch eine Oldtimer-Ausstellung geben, kündigte Ulrich Martin an.

Gelegenheit für eine Ausfahrt

„Es kommt ja kaum noch jemand mit einem amerikanischen Schlitten, der 20, 25 Liter schluckt“, sagte Jörg Splettstößer. Nach dem Winter seien solche Treffen für viele eine gute Gelegenheit für eine Ausfahrt. Außerdem treffe man hier meist viele Bekannte. Auch er sei mit seinem Sohn Max beim Ostfahrzeugetreffen in Finowfurt gewesen. Das Motorrad mit Anhänger habe man auf einen Anhänger geladen und sei dann nur noch wenige Kilometer zum Veranstaltungsort gefahren, berichtete Jörg Splettstößer.

Zum Oldtimertreffen gehörten auch in diesem Jahr Vorführungen von Standmotoren. Zudem boten mehrere Händler Trödel und Teile an. Zu Gast in Züsedom waren auch Mitglieder der Verkehrswacht Uecker-Randow, die einen Fahrsimulator mitgebracht hatten.

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