Evolution Festival 2026: Neuanfang am Garliner See trotz vergangener Probleme?
Evolution Festival: Neustart nach Absage 2025 geplant

Evolution Festival 2026: Neuanfang am Garliner See trotz vergangener Probleme?

Nach der enttäuschenden Absage im vergangenen Jahr könnte das Evolution Festival am Garliner See im September 2026 einen Neustart erleben. Veranstalter Michael Gronwald hat wie bereits 2025 seine Unterlagen bei der Gemeinde Karstädt eingereicht, um die Genehmigung für die viertägige Livemusik-Veranstaltung zu erhalten. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.

Vergangene Probleme belasten das Verhältnis

„Das ist einfach schlecht gelaufen“, gesteht Karstädts Bürgermeister Udo Staeck offen ein. Der Grund für die Absage 2025 waren fehlende Lärmprotokolle des Vorjahresfestivals. „Wenn nicht alle wichtigen Unterlagen abgegeben werden, können wir so eine Veranstaltung nicht genehmigen“, erklärt Staeck die strikte Haltung der Behörden.

Die fehlenden Dokumente sorgten für erhebliche Spannungen zwischen Gemeinde und Veranstalter. Gronwald gibt zu, dass die Lärmprotokolle tatsächlich nicht beim Ordnungsamt eingereicht wurden, schiebt die Schuld jedoch einer beauftragten Firma zu, die die Unterlagen trotz Bezahlung nicht geliefert habe.

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Finanzielle Schwierigkeiten und offene Rechnungen

Zur Wahrheit gehört laut Gronwald auch, dass sich in der Vergangenheit einzelne Künstler und Dienstleister öffentlich über unbezahlte Rechnungen beschwert haben. Die Kosten für das Festival beziffert der Veranstalter auf einen mittleren sechsstelligen Betrag. „Es gab Probleme mit rechtzeitigen Bezahlungen“, räumt Gronwald ein, betont aber: „Bislang habe ich immer meine Rechnungen bezahlt, und so werden auch alle offenen Rechnungen bezahlt.“

Hinter dem Festival steht kein großes Unternehmen, sondern allein Michael Gronwald mit einem von ihm bezahlten Orga-Team. Diese personelle und finanzielle Konzentration auf eine Einzelperson macht die Veranstaltung besonders anfällig für Probleme.

Rechtliche Auseinandersetzungen erschweren die Lage

Kompliziert wird die Situation durch Gronwalds Ankündigung, sowohl die Veranstaltungstechnikfirma als auch die Gemeinde Karstädt auf Schadensersatz wegen des Ausfalls 2025 zu verklagen. Beim Bürgermeister kommt diese Drohung gar nicht gut an, auch wenn er sich öffentlich nicht dazu äußern möchte.

Bei einem Treffen am 5. März schlug Gronwald vor, die angekündigte Klage gegen die Gemeinde zurückzuziehen, wenn diese dafür sorge, dass er einmalig eine Kulturförderung für das Festival erhalte. Bürgermeister Staeck bezeichnet diesen Vorschlag als „Wunschdenken“ und verweist auf die unrealistische Höhe der geforderten Förderung.

Bürgermeister betont sachliche Prüfung

Gleichzeitig versichert Udo Staeck, kein prinzipieller Gegner des Festivals zu sein. „Es geht allein darum, dass alle geforderten Unterlagen eingereicht werden“, betont der Bürgermeister. Das Hauptproblem bleibt das fehlende Lärmgutachten von 2024, das für eine Genehmigung unerlässlich ist.

Gronwald verspricht Besserung: „Wir planen das Festival nun mit einer anderen Veranstaltungstechnikfirma, wo es diese Probleme nicht geben wird. Wir werden uns bemühen, alle erforderlichen Unterlagen so schnell wie möglich einzureichen.“

Alternative Veranstaltungsorte in der Diskussion

Sollte es in Garlin nicht klappen, hat der Veranstalter bereits Alternativen im Blick. Er nennt zwei mögliche Veranstaltungsorte in der Prignitz und einen in Mecklenburg-Vorpommern, die bereits Interesse bekundet hätten. Konkrete Namen möchte Gronwald jedoch nicht nennen.

Dennoch bevorzugt der Veranstalter eine Lösung am vertrauten Ort: „Wir als Veranstaltungsteam sind mit Garlin zusammengewachsen. Es gibt Anwohner, die uns unterstützen und bei uns arbeiten. Auch mit den Bauern sind wir vertraut, die ihre Flächen an uns vermieten“, erklärt Gronwald. „Von daher würde ich das Festival lieber in Garlin als anderswo veranstalten. Nur muss für meine Planungssicherheit eine schnelle Entscheidung gefallen.“

Das Evolution Festival fand erstmals 2019 am Garliner See statt und entwickelte sich zu einer festen Größe in der regionalen Festival-Landschaft. Nach der Corona-Pause und nun der Absage 2025 hoffen viele Musikfans auf eine erfolgreiche sechste Auflage im September 2026.

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