Riesenrad-Brand beim Highfield-Festival: Ermittlungen nach über eineinhalb Jahren noch nicht abgeschlossen
Mehr als eineinhalb Jahre nach dem verheerenden Brand eines Riesenrades beim Highfield-Festival am Störmthaler See in der Nähe von Leipzig dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft weiterhin an. Wann mit einem Abschluss des „sehr umfangreichen Verfahrens“ zu rechnen ist, kann laut einer Sprecherin der Leipziger Staatsanwaltschaft zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden. Seit dem Vorfall wurden bereits 179 Zeugen im Rahmen der Untersuchungen befragt.
Der schockierende Vorfall am 17. August 2024
Am Abend des 17. August 2024 feierten Tausende Besucher auf dem bekannten Rockfestival, als während eines Konzerts plötzlich eine der 24 Gondeln des voll besetzten, 38 Meter hohen Riesenrades in Brand geriet. Das Fahrgeschäft befand sich etwa 100 Meter von der Hauptbühne entfernt. Die Flammen breiteten sich rasch aus und griffen auf eine zweite Gondel über. In der Panik sprangen mehrere Menschen aus mehreren Metern Höhe aus den brennenden Gondeln, um sich in Sicherheit zu bringen.
Verletzte und Evakuierung
Insgesamt mussten 65 Personen nach dem Vorfall ärztlich versorgt werden. Die Rettungskräfte brachten 16 Menschen mit teilweise schweren Brand- und Sturzverletzungen in umliegende Krankenhäuser. Nach offiziellen Polizeiangaben handelte es sich bei den Verletzten um zwölf Frauen und vier Männer im Alter zwischen 18 und 44 Jahren. Trotz des schwerwiegenden Zwischenfalls wurde das Highfield-Festival, eines der größten Rock- und Popfestivals in Sachsen, nach einer etwa zweistündigen Unterbrechung fortgesetzt.
Die Position des Betreibers
Der Betreiber des Riesenrades gab an, dass das Feuer während eines Fahrgastwechsels entstanden sei. Seine Mitarbeiter hätten geistesgegenwärtig reagiert, indem sie die Geschwindigkeit des Riesenrades erhöht und so die Evakuierung der übrigen Gondeln beschleunigt hätten. Das Fahrgerät sei sieben Jahre alt und ordnungsgemäß überprüft gewesen. Eine erste Einschätzung deutete darauf hin, dass Material unterhalb des Fahrgeschäfts auf noch nicht geklärte Weise in Brand geraten sei, was dann zum Übergreifen der Flammen auf eine Gondel führte.
Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet:
- Ein Verfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung
- Ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung
Ausblick auf das Festival 2026
Während die Ermittlungen zum Brandvorfall weiterlaufen, laufen die Vorbereitungen für das Highfield-Festival 2026 bereits auf Hochtouren. Zahlreiche Bands und Musiker haben für das dreitägige Festival vom 14. bis 16. August bereits ihre Zusagen gegeben. Die Veranstalter setzen damit ein Zeichen der Kontinuität, während die Aufklärung des tragischen Vorfalls von 2024 noch immer andauert.



