Straßenkarneval startet bei regnerischem Wetter - Feiernde trotzen den Elementen
Die Wettervorhersagen für den Beginn des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht sind alles andere als fröhlich. Während in den vergangenen Jahren Orkane, Schneeregen und sogar Blitzeis die Karnevalisten herausforderten, müssen sich die Feiernden in diesem Jahr hauptsächlich auf anhaltenden Regen einstellen. Dennoch bricht am Donnerstag um 11.11 Uhr in den traditionellen Karnevalshochburgen entlang des Rheins der närrische Frohsinn aus.
Traditionelle Bräuche und moderne Sicherheitsvorkehrungen
Mit dem Altweiberdonnerstag beginnt der Straßenkarneval, bei dem in vielen Städten Frauen symbolisch die Macht übernehmen. In Düsseldorf nehmen die sogenannten Möhnen den Bürgermeister gefangen, während sich in Mainz Närrinnen rund um den historischen Fastnachtsbrunnen versammeln. Allein in Köln werden an Weiberfastnacht Hunderttausende Feiernde erwartet, was enorme logistische Herausforderungen mit sich bringt.
Um den massiven Ansturm zu bewältigen, setzt das Kölner Ordnungsamt bis zu 400 eigene Mitarbeiter sowie etwa 2.600 Sicherheitskräfte von externen Dienstleistern ein. Die Polizei verstärkt ihre Präsenz mit bis zu 1.500 zusätzlichen Beamten. Diese umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund einer als abstrakt hoch eingestuften Sicherheitslage. Es gibt zwar keine konkreten Hinweise auf geplante Angriffe, aber rechnen müssen wir mit allem, erklärt Kölner Polizeidirektor Martin Lotz.
Wetterprognose und historische Hintergründe
Nach aktuellen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes müssen sich die Karnevalisten auf einen regnerischen Start gefasst machen. Bis Freitag sind wiederholte und teilweise länger anhaltende Regenfälle zu erwarten. Zusätzlich kann es windig werden, wobei in Verbindung mit Schauern starke bis stürmische Böen möglich sind. Die Temperaturen bewegen sich mit Höchstwerten zwischen acht und elf Grad im moderaten Bereich.
Die Weiberfastnacht hat ihre Wurzeln im Mittelalter, als während der Karnevalszeit die festgefahrenen Geschlechterrollen vorübergehend ins Wanken gerieten. Ehefrauen verweigerten ihren Männern in dieser verkehrten Welt für kurze Zeit den Gehorsam. Der heute bekannte Brauch, Männern die Krawatten abzuschneiden, entstand jedoch erst nach 1945 und ist mittlerweile rückläufig, was wohl auch mit dem nachlassenden Tragen von Krawatten zusammenhängt. Der Höhepunkt des Straßenkarnevals folgt dann am Rosenmontag mit den traditionellen Umzügen und großflächigen Feierlichkeiten.



