Kölner Karnevalisten verteidigen fehlenden Putin-Wagen beim Rosenmontagszug
Die Kölner Karnevalisten haben ihren Verzicht auf einen Putin-Wagen im diesjährigen Rosenmontagszug öffentlich gerechtfertigt. Zugleiter Marc Michelske betonte in einem Statement gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass diese Entscheidung bewusst getroffen wurde und kein Fehler sei. Köln habe sich dafür entschieden, das Thema Putin in diesem Jahr dem Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly zu überlassen, der bereits in der Vergangenheit mit seinen satirischen Kreationen international Aufmerksamkeit erregt hat.
Solidarität ohne eigenen Wagen
Michelske erklärte, man habe sich öffentlich mit Tilly solidarisiert, aber aus seiner Sicht sei es nicht notwendig, dies durch einen eigenen Wagen zu unterstreichen. Angst vor russischen Repressalien spielte bei der Entscheidung keine Rolle, so der Zugleiter. Wichtig sei ihm gewesen, dass überhaupt ein entsprechender Wagen existiert, der die kritische Auseinandersetzung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ermöglicht.
Der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn unterstützte diese Haltung und verwies auf die Autonomie des Zugleiters in der Themenauswahl. Jacques Tilly, der in Moskau wegen der Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee angeklagt ist, äußerte sich zu den Drohungen, die er gewohnt sei, und betonte, dass seine Situation im Vergleich zu inhaftierten russischen Oppositionellen gering sei.
Politische Satire im Fokus
Der Kölner Rosenmontagszug 2026 präsentiert dennoch eine Vielzahl politischer Themen. Unter den Highlights sind:
- Ein Wagen mit US-Präsident Donald Trump, dessen Gesäß von Küssen bedeckt ist, darunter von Merz, Macron und Nato.
- Eine blaue AfD-Schlange, die im Stil der Python Kaa aus dem Dschungelbuch einen deutschen Michel umschlingt.
- Weitere Motive zu Aufrüstung, Grönland und Künstlicher Intelligenz.
- Eine Persiflage auf Streitereien in der Bundesregierung, mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil in Sadomaso-Outfits.
Diese Auswahl zeigt, dass der Kölner Karneval trotz des Verzichts auf einen Putin-Wagen weiterhin politische Satire in den Vordergrund stellt und aktuelle gesellschaftliche Debatten aufgreift.



