München vor neuem Mega-Festival? Veranstalter planen 'Heartbeatz' mit 60.000 Besuchern in Waldperlach
München: Neues Mega-Festival 'Heartbeatz' mit 60.000 Besuchern geplant

München vor neuem Super-Festival? Veranstalter geben ersten Act bekannt – Großes ist noch geplant

Wo bislang vor allem Spaziergänger und Anwohner unterwegs sind, könnte schon bald der Ausnahmezustand herrschen: Drei Tage lang sollen bis zu 20.000 Menschen täglich beim "Hartbeatz"-Festival feiern. Noch fehlen wichtige Genehmigungen – doch die Veranstalter geben sich optimistisch und haben wohl schon einen ersten größeren Act verpflichten können.

Niclas Vaccalluzzo | 25. März 2026 - 14:34 Uhr

Tausende tanzende Menschen, gewaltige Bühnen mit Mega-Lautsprechern und Laserstrahlen, die in den Nachthimmel schießen – ein Bild, das so gar nicht zum beschaulichen Waldperlach passen will. Doch genau hier planen die Münchner Leo Wagenhofer (18) und Christopher Kersten (37) ein neues Musikfestival – für bis zu 60.000 Besucher auf mehr als 20.000 Quadratmetern. Im Gespräch mit der AZ sprechen die Veranstalter exklusiv über ihre ambitionierten Pläne für den Sommer.

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„Das wird etwas, das München so noch nicht gesehen hat“, kündigt Wagenhofer beim Besuch der AZ auf dem vorgesehenen Gelände an der Putzbrunner Straße an. Beim "Heartbeatz-Festival" sollen vom 12. bis 14. Juni täglich rund 20.000 Menschen zu nationalen und internationalen Musikstars feiern – das sind fast doppelt so viele Menschen, wie Waldperlach Einwohner hat.

Wagenhofer und Kersten bringen bereits viel Erfahrung aus der Veranstaltungsbranche mit. In der Vergangenheit hätten sie Events mit bis zu 5.000 Besuchern sowie After-Show-Partys für große Konzerte umgesetzt, ein großes Festival wie dieses war zwar bisher noch nicht dabei, sei laut den beiden aber der nächste konsequente Entwicklungsschritt.

Line-up noch mit Lücken: Große Stars sollen auftreten

Konkrete Namen von den auftretenden Künstlern sind bislang noch rar. Das Lineup befinde sich im Aufbau und soll in den kommenden Wochen sukzessive erweitert werden. Bisher wurden vor allem kleinere, weniger bekannte Künstler angekündigt. Aber auch hier soll Großes passieren: Unter anderem seien "ein internationaler DJ-Superstar", "einer der bekanntesten deutschen Rapper" sowie eine "weltberühmte Rockband" geplant.

Inzwischen hat die AZ eine erste konkrete Information erreicht: Der deutsche Popsänger Mike Singer konnte bereits gewonnen werden. Wegen laufender Vertragsverhandlungen sollen weitere Details zeitnah bekannt gegeben werden. Wagenhofer und Kersten sind überzeugt, dass mit Bekanntgabe der weiteren Auftritte eine sehr hohe Nachfrage entstehen wird.

Ein besonderer Fokus des Festivals liegt auf dem sozialen Engagement: Ein Teil der Einnahmen unterstützt gemeinnützige Projekte. Die Ticketpreise bewegen sich aktuell zwischen rund 60 und 80 Euro. "Unser Ziel ist es nicht, an den Tickets zu verdienen, sondern über das gesamte Event hinweg ein nachhaltiges Konzept zu schaffen", erklärt Kersten.

Mit Ticketverkäufen werden soziale Projekte unterstützt

Einnahmen generieren sie stattdessen über die Gastronomie, die sie auf dem Gelände selbst betreiben wollen. Mit der Brauerei Aying und dem Likörhersteller Lillet haben die Veranstalter dafür schon zwei große Partner an Land gezogen. In der "Food Area" soll bewusst auf "qualitativ anspruchsvolle deutsche Küche" gesetzt werden, sagt Wagenhofer.

Die Gemeinnützigkeit des Projekts erleichtert zudem die Akquise der Künstler: Viele Musiker würden sich bereit erklären, das Projekt zu unterstützen und zu reduzierten Gagen aufzutreten. Unterstützt werden unter anderem die DKMS, Ein Herz für Kinder und die Deutsche Kinderkrebshilfe, die teilweise auch mit eigenen Ständen vor Ort vertreten sein werden.

So überzeugend das Konzept klingt – ein Festival dieser Größenordnung ist freilich mit erheblichen Risiken verbunden: Sicherheit, Lärmschutz und Wetter sind nur einige der entscheidenden Faktoren. Tatsächlich gilt es für das Vorhaben noch einige Fragen zu klären.

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KVR: Genehmigung liegt noch nicht vor

Auf Anfrage der AZ teilt das Kreisverwaltungsreferat (KVR) mit, dass für das Festival derzeit noch keine Genehmigung vorliegt. Bislang sei lediglich ein "Veranstaltungsentwurf" eingereicht worden. In einem nächsten Schritt müsse die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit am vorgesehenen Standort geprüft werden – dafür fehlten jedoch noch wichtige Unterlagen. Entscheidend seien unter anderem ein tragfähiges Sicherheits- und Verkehrskonzept.

Besonders sensibel ist die Lärmsituation: In unmittelbarer Nähe befinden sich ein Altenheim und ein Krankenhaus, auch Wohngebiete sind nicht weit entfernt. Ein "schalltechnisches Gutachten" ist zwingend erforderlich, sagt das KVR. "Bei Veranstaltungen wie dem 'Heartbeatz-Festival' dauert der Genehmigungsprozess je nach Umfang und Komplexität mehrere Wochen und Monate", teilt das KVR mit. Sollten die Unterlagen demnächst eingehen, sei der Veranstaltungstermin allerdings realistisch.

Die Veranstalter geben sich gelassen. „Der Stand der Dinge ist positiv“, sagt Wagenhofer zum aktuellen Genehmigungsprozess. Bereits durchgeführte Lärmschutzmessungen liegen unter den vorgeschriebenen Grenzwerten. Moderne Soundtechnik soll zusätzlich dazu beitragen, die Belastung für die Umgebung so gering wie möglich zu halten.

Weitere Themen wie Sicherheits- und Verkehrskonzepte werden derzeit in enger Abstimmung ausgearbeitet. Mit der Dachauer P3 Security GmbH wurde ein erfahrener Partner für die Umsetzung gewonnen.

Die Anwohner scheinen noch nichts von ihrem Glück zu wissen

Zumindest Thomas Kauer, Vorsitzender des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach, zeigt sich im Telefonat mit der AZ überrascht – er höre von den Plänen das erste Mal. Das Festival soll offen für alle sein, betonen die Veranstalter, daher wird es am 14. Juni tagsüber einen Familientag geben – mit großem Angebot für Kinder. Abends soll es auf dem Festivalgelände dann ein Public Viewing geben zum deutschen Fußball-WM-Eröffnungsspiel gegen Curaçao.

Hohes finanzielles Risiko: 800.000 Euro sind in die Planung geflossen

Für ihr Vorhaben sind Wagenhofer und Kersten bereits ein erhebliches persönliches Risiko eingegangen: Rund 800.000 Euro seien bislang in die Planung geflossen. Ob sie da noch ruhig schlafen können? "Gefühlt schlafe ich überhaupt nicht mehr", sagt Kersten. Trotzdem blicken beide mit großer Zuversicht in die Zukunft. "Es ist ein intensiver Prozess – aber wir sind überzeugt von unserer Vision", so Kersten.

Mit dem "Heartbeatz-Festival" würde München eines der größten Musikfestivals der Region bekommen. Zum Vergleich: Das "Superbloom-Festival" im Olympiapark verzeichnet rund 50.000 bis 70.000 Besucher täglich, das Technofestival "Isle of Summer" auf der Galopprennbahn Riem etwa 15.000 bis 20.000.