Stephan Zinner: 'Jetzt bin ich die Zielscheibe!' – Erste Fastenrede auf dem Nockherberg
Stephan Zinner hält am Mittwoch seine erste Fastenrede auf dem traditionsreichen Nockherberg in München. Der Schauspieler, der viele Jahre als Markus-Söder-Double im Singspiel auftrat, tritt nun in eine neue Rolle. Im Gespräch mit der AZ verrät er Details zur Vorbereitung, seinem Verzicht auf Show-Einlagen und Kostüme sowie zur Gewichtung politischer Themen.
Kein Solo auf Markus Söder
Stephan Zinner betont, dass seine Rede kein reiner Söder-Angriff wird. 'Nein. Da hat der Maxi Schafroth einen höheren Anteil gehabt, glaube ich', sagt Zinner. 'Söder ist der bayerische Ministerpräsident und nicht medienscheu, deshalb kommt er natürlich vor. Aber dass es jetzt ein Solo auf ihn wird: Den Gefallen tun wir ihm nicht!'
Der Schauspieler erklärt, dass er bewusst auf eine Predigt verzichtet und stattdessen einen bürgerlichen Ton wählt. 'Ich komme als ich. Als Bürger.' Auch eine Mönchskutte wird er nicht tragen, da er sich nicht in eine Rolle verwandeln möchte.
Vorbereitung mit Co-Autor Martin Zeltner
Die eigentliche Herausforderung liegt für Zinner im Aussortieren und Gewichten der politischen Informationen. 'Ich bin ein nachrichtenaffiner Mensch. Meine Frau ist Ärztin, meine Kinder gehen in die Schule. Wir haben dauernd mit Politik zu tun.'
Für die Vorbereitung arbeitet er eng mit Co-Autor Martin Zeltner zusammen. 'Das macht Spaß! Da kommt was von ihm, dann kommt was von mir. Dann trage ich mal einen Teil vor und der Martin sagt, die zwei Sätze lassen wir weg.' Diese Zusammenarbeit hält den Stresslevel niedrig, obwohl Zinner erwartet: 'Der große Stress wird bestimmt noch kommen.'
Keine Vorbilder, aber Respekt vor der Tradition
Zinner hat sich bewusst keine Vorbilder bei früheren Fastenrednern wie Walter Sedlmayr oder Luise Kinseher gesucht. 'Ich bin ein alter Nachmacher. Wenn ich mir den Walter Sedlmayr anschaue, dann stehe ich auf einmal genauso da.'
Dennoch beobachtet er Veränderungen im Publikum und bei den Politikern. 'Diese Lockerheit damals, das war schon anders. Man hat die Kritik sehr leicht aufgenommen. Dass sich nicht nur die Redner oben, sondern auch unten im Publikum was verändert hat, das fand ich wirklich ganz spannend.'
Von der Gruppe zur Einzelzielscheibe
Als erfahrener Schauspieler hat Zinner Routine, doch die Fastenrede ist etwas Besonderes. 'Beim Singspiel waren wir zu neunt. Und jetzt bin ich die Zielscheibe!' Die Präsenz der kritisierten Politiker im Publikum kennt er aus dem Singspiel, aber die Solo-Rede stellt eine neue Dimension dar.
Die Paulaner-Brauerei hat sich von Zinner eine traditionelle Rede gewünscht, weshalb er auf Show-Einlagen verzichtet. Nach der Trennung von Maxi Schafroth im letzten Jahr setzt die Brauerei nun auf den bekannten Schauspieler, der den Nockherberg bestens kennt.



