Weiberfastnacht startet mit Regen: Straßenkarneval trotzt dem Wetter
Weiberfastnacht startet mit Regen: Karneval beginnt

Weiberfastnacht läutet den Straßenkarneval ein

Am Donnerstag um 11.11 Uhr beginnt in den deutschen Karnevalshochburgen der närrische Frohsinn. Mit Weiberfastnacht, auch Altweiberdonnerstag genannt, startet der traditionelle Straßenkarneval in die heiße Phase. In zahlreichen Städten, insbesondere entlang des Rheins, stürmen Frauen symbolisch die Rathäuser und übernehmen für kurze Zeit die Macht.

Traditionen und Bräuche im Wandel

In Düsseldorf nehmen die sogenannten „Möhnen“ den Bürgermeister gefangen, während sich in Mainz Närrinnen rund um den historischen Fastnachtsbrunnen versammeln. Der Brauch des Krawattenabschneidens, der erst nach 1945 aufkam, ist heute rückläufig – nicht zuletzt, weil immer weniger Männer Krawatten tragen. Die Weiberfastnacht selbst hat ihre Wurzeln im Mittelalter, als in der „verkehrten Welt“ des Karnevals die festgefahrenen Geschlechterrollen vorübergehend ins Wanken gerieten.

Massenandrang und Sicherheitsvorkehrungen

Allein in Köln werden an Weiberfastnacht Hunderttausende Feiernde erwartet. Um den enormen Ansturm zu bewältigen, setzt das städtische Ordnungsamt bis zu 400 eigene Mitarbeiter sowie etwa 2.600 Sicherheitskräfte externer Dienstleister ein. Die Polizei verstärkt ihre Präsenz mit bis zu 1.500 zusätzlichen Beamten. Kürzlich hatte Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) eine Debatte ausgelöst, indem er davor warnte, die Feierlichkeiten nicht in eine „Ballermannisierung“ abdriften zu lassen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Sicherheitslage bleibt angespannt

Die Polizei stuft die Sicherheitslage während der Karnevalstage als „nach wie vor abstrakt hoch“ ein. Laut Kölner Polizeidirektor Martin Lotz gibt es zwar keine konkreten Hinweise auf geplante Angriffe gegen Menschenansammlungen, dennoch müsse man mit allem rechnen. „Im Moment ist es so ruhig oder so unruhig wie die letzten Jahre auch“, erklärte Lotz zur aktuellen Bedrohungseinschätzung.

Regnerisches Wetter zum Auftakt

Nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes müssen sich die Karnevalisten auf einen nassen Start einstellen. Bis Freitag sind wiederholte und teilweise länger anhaltende Regenfälle zu erwarten. Zudem kann es windig werden, wobei in Verbindung mit Schauern starke bis stürmische Böen möglich sind. Die Temperaturen bewegen sich mit Höchstwerten zwischen acht und elf Grad im milden Bereich – deutlich angenehmer als in früheren Jahren, in denen Orkane, Schneeregen und Blitzeis den Feiernden zusetzten.

Höhepunkt am Rosenmontag

Der eigentliche Höhepunkt des Straßenkarnevals folgt dann am Rosenmontag mit den großen Umzügen in allen Karnevalshochburgen. Bis dahin werden die Narren und Jecken das regnerische Wetter wohl mit typischem Frohsinn und traditionellen Bräuchen trotzen, während die Sicherheitskräfte für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration