Bud Cort: Der unvergessene Harold aus »Harold und Maude« ist tot
Der amerikanische Schauspieler Bud Cort, der mit der Rolle des Harold in Hal Ashbys Kultfilm »Harold und Maude« Filmgeschichte schrieb, ist im Alter von 77 Jahren verstorben. Dies bestätigten Freunde und Familienangehörige gegenüber der New York Times und Variety. Cort starb nach langer Krankheit in Norwalk im US-Bundesstaat Connecticut.
Die Rolle seines Lebens prägte sein Schaffen
1971 verkörperte Bud Cort in der schwarzen Komödie »Harold und Maude« den jungen, scheinsuizidalen Harold Chasen, der durch inszenierte Selbstmordversuche die Aufmerksamkeit seiner Mutter erlangen will. An der Seite von Ruth Gordon als lebensfrohe Maude entwickelte sich eine ungewöhnliche Romanze, die das Publikum bis heute berührt. Die Filmmusik von Cat Stevens und die tiefgründige Handlung verhalfen dem Werk zum Status eines zeitlosen Klassikers, obwohl die Kritiken zum Kinostart zunächst verhalten ausfielen.
Regisseur Hal Ashby sah in Cort die Idealbesetzung für die kuriose Liebesgeschichte. Zuvor hatte der Schauspieler bereits in Robert Altmans Filmen »MASH« und »Brewster McCloud« auf sich aufmerksam gemacht. Doch die Identifikation mit der Harold-Rolle sollte Cort fortan begleiten. »Alle nahmen an, ich wäre diese Person«, erklärte er 2000 in einem Interview. Selbst Groupies hinterließen ihm makabre Andenken wie Grabsteine, was ihn dazu veranlasste, das Missverständnis um die Botschaft des Films aufzuklären.
Karriere mit Höhen und Tiefen
Geboren 1948 als Walter Edward Cox in New York, brach Bud Cort ein Designstudium ab und versuchte sich als Stand-Up-Comedian. Um Verwechslungen mit dem Schauspieler Wally Cox zu vermeiden, wählte er das Pseudonym Bud Cort. Nach dem Durchbruch mit »Harold und Maude« folgten weitere Hauptrollen, etwa in »Feiern wir den Lehrer« (1977) oder »Son of Hitler« (1979).
Doch seine Karriere erlitt mehrere Rückschläge:
- Er lehnte eine Rolle in »Einer flog über das Kuckucksnest« ab, um nicht auf psychisch gestörte Charaktere festgelegt zu werden.
- Eigenen Angaben zufolge litt Cort in den 1970er Jahren an Depressionen.
- Ein schwerer Autounfall erforderte plastische Chirurgie im Gesicht und behinderte seine schauspielerische Laufbahn.
In den 1980er Jahren übernahm Cort vorwiegend kleinere Fernsehrollen, ehe er in den 1990ern wieder vermehrt im Kino zu sehen war. 2004 spielte er in Wes Andersons »Die Tiefseetaucher« einen biederen Versicherungsmitarbeiter.
Das Vermächtnis eines Filmklassikers
»Harold und Maude« entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Werk der Filmgeschichte. Das American Film Institute nahm den Film in die Listen der besten Komödien und Liebesfilme auf. In Deutschland avancierte die Produktion bereits in den 1970er Jahren zum Programmkinoklassiker. Die Geschichte eines todbesessenen jungen Mannes, der von einer lebensfrohen alten Dame das Leben lernt, geht auch heute noch unter die Haut.
Bud Cort hinterlässt als Schauspieler ein eindrucksvolles Werk, das trotz aller Widrigkeiten von seiner Vielseitigkeit zeugt. Sein Porträt des Harold Chasen bleibt unvergessen und sichert ihm einen festen Platz in der Filmgeschichte.



