Die Lebensgemeinschaft Klein Hundorf kommt auf die große Leinwand. Regisseur Michael Chauvistré hat die 40 Einwohner sechs Jahre lang begleitet und die 68-minütige Dokumentation mit dem Titel „Glück allein macht auch nicht wahnsinnig weise“ gedreht. Der Film wird im Rahmen des Schweriner Filmkunstfestes, das vom 5. bis zum 10. Mai 2026 stattfindet, im Kino 1 des Kinos Capitol uraufgeführt.
Uraufführung am 6. Mai im Capitol
„Die Dokumentation ist am Mittwoch, dem 6. Mai, um 20.15 Uhr im Kino 1 zu sehen. Ich freue mich, dass dies zu einer Zeit geschieht, in der die Kinoplätze gut gefüllt sein können“, erklärt der Regisseur. Mit dabei werden auch 20 Protagonisten des Films aus Klein Hundorf sein.
Lange Verbindung zum Dorf
Michael Chauvistré ist in Klein Hundorf kein Unbekannter. Bereits 1993 drehte er dort im Rahmen eines Seminars beim Norddeutschen Rundfunk eine Dokumentation. Danach geriet der Ort für ihn etwas in Vergessenheit, bis der 66-Jährige 2017 erneut das Dorf besuchte.
„Ich hatte die Idee, eine Art zweiten Teil zu drehen, und überlegte, wie man das Dorf anders darstellen könnte. Über Lebensgemeinschaften gibt es bereits Filme, und ich brauchte eine andere Idee für die Produktion“, erläutert der gebürtige Aachener. So entstanden aus zahlreichen Interviews und familiären Szenen kontroverse Einblicke in das Leben einer Gemeinschaft, in die immer wieder neue Menschen einziehen oder sie verlassen.
Protagonist Elias Kalk: Leben in der Gemeinschaft
Elias Kalk wohnt seit 1990 in Klein Hundorf. Er ist der letzte dort noch lebende Gründer der Gemeinschaft und kann sich kein anderes Leben vorstellen. „Wir haben hier vier Waschmaschinen für 40 Leute und einen eigenen Einkaufsladen, der keinen Gewinn abwerfen muss. Jeder hilft jedem. Und das funktioniert“, erzählt er.
Elias Kalk ist einer der Protagonisten des Films, ebenso wie Steffen File. Letzterer sah den Film bereits und ist begeistert: „Es ist keine romantisierende Darstellung unseres Lebens. Allerdings habe ich das Gefühl, dass nicht jeder Bewohner den Film als gelungen ansieht.“ Elias Kalk findet, dass es Chauvistré gelungen ist, in Einzelinterviews die Gegensätzlichkeiten spannend aufzuzeigen.
Herausforderungen bei der Produktion
„Es war wirklich nicht einfach, den Film rund zu bekommen. Nachdem ich von 2018 bis 2024 immer wieder mehrere Wochen hier gedreht habe, brauchte ich anschließend ein Jahr für den Schnitt“, erklärt der Regisseur. Dank der Filmförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern konnte der Film überhaupt entstehen und wurde bereits im Gutshaus Klein Hundorf den Protagonisten vorgeführt. „Wie kontrovers der Film angesehen wird, konnte man daran erkennen, dass nach dem Ende der Vorführung einige Minuten Stille herrschte und jeder erstmals darüber nachdachte, was er gerade gesehen hatte“, sagt Chauvistré.
Weitere Vorführungen und Workshop
Jetzt möchte der Regisseur erleben, wie die Besucher des Filmkunstfestes auf seinen Film reagieren. Die erste Vorführung findet am Mittwoch, dem 6. Mai, um 20.15 Uhr im Kino 1 statt, eine weitere am Sonnabend, dem 9. Mai, um 14.15 Uhr in Kino 5. Zudem findet am Donnerstag, dem 7. Mai, um 11 Uhr ein Workshop zum Thema „Von der Idee zum Publikum“ mit dem Regisseur selbst statt. Tickets für den Film „Glück allein macht auch nicht wahnsinnig weise“ im Rahmen des Filmkunstfestes können unter capitol.filmpalast.de erworben werden.



