Film und Lesung über NS-Familiengeschichte in Neustrelitz
Film und Lesung über NS-Familiengeschichte

Film und Lesung über ein Familiengeheimnis

Im Kino Alte Kachelofenfabrik gibt es Film und Lesung über ein Familiengeheimnis, das NS-Vergangenheit und persönliche Traumata beleuchtet. Neustrelitz – In der Alten Kachelofenfabrik von Neustrelitz ist unter anderem das Fabrik-Kino zuhause. Das Kino der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz lädt am Mittwoch, dem 29. April, um 19.30 Uhr zu „Film & Lesung“ ein. Kathrin Matern stellt ihren Film „10 Tage im Mai“, Dieter Radloff-Abeler sein Buch „Mein Vater der Zigeunergeiger – Trauma und Bewältigung im Schatten des Nationalsozialismus“ vor.

Schmerzhafte Reise in die Vergangenheit

Der Film ist bestimmt von einem Familiengeheimnis. Er begleitet die Geschwister Dieter und Ursula Radloff auf eine schmerzhafte Reise in die Vergangenheit, die in einer Versöhnung mündet. Radloff-Abelers Buch beginnt mit dem Fund des Tagebuchs seines Vaters Fritz. Der Autor, kurz vor dem Rentenalter, rekonstruiert dessen vom Zweiten Weltkrieg geprägtes Leben und reflektiert die Prägungen des Vaters: häusliche Gewalt, Verdrängung, Traumata, Wünsche, Existenznöte.

Fritz Radloff stammte aus Neustrelitz, war am Kriegsende einer der letzten kommandierenden Offiziere im Kampf um Berlin. Noch im Mai 1945 ging er zu Fuß nach Neustrelitz. Dort erfuhr er, dass seine Frau sich in den letzten Kriegstagen mit Hunderten Neustrelitzerinnen im Glambecker See ertränkt hatte. Als ihr Leichnam im August 1945 geborgen wurde, floh er in den Westen. 1949 heiratete er erneut. 1950 wurde Sohn Dieter geboren, drei Jahre später Tochter Ursula.

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Aus dem Buch liest Michael Struppek, Buchhändler und Autor. „Es wird sicher ein bewegender und denkwürdiger Abend“, sagt Horst Conradt, Kinoleiter am Sandberg.

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