Volker Kufahl, künstlerischer Leiter des Filmkunstfestes MV, blickt gespannt auf die 35. Ausgabe des Festivals. Vom 5. bis 12. Mai 2026 werden in Schwerin insgesamt 118 Filme gezeigt, darunter viele Premieren. Der Katalog ist bereits im Druck, der Vorverkauf startet am 21. April. Höhepunkt ist der Besuch von Ehrenpreisträger Armin Mueller-Stahl, der den Goldenen Ochsen persönlich entgegennimmt.
Ein besonderer Ehrengast
Armin Mueller-Stahl wird nicht nur für seine Filmrollen geehrt, sondern auch mit zwei Ausstellungen im Staatlichen Museum und im Schleswig-Holstein Haus gewürdigt. Zudem tritt er mit seiner Band um Günther Fischer live im Capitol auf. Kufahl betont: „Das ist ein beruflicher Höhepunkt. Solche Begegnungen mit Legenden des Kinos sind selten und bleiben in Erinnerung.“ Mueller-Stahl, der sich von der Schauspielerei verabschiedet hat, zeigt sich auf Festivals nur noch selten.
Gastland Island
Nach Indien im Vorjahr ist Island das diesjährige Gastland. Kufahl erklärt: „Island ist eine kleine Filmnation, aber seine Filme schaffen es regelmäßig auf die Leinwände. Die isländischen Geschichtenerzähler beeindrucken mit Sagas, Familiendramen und bodenständigem Humor. Die atemberaubende Natur verbindet das kleine Filmland Island mit Mecklenburg-Vorpommern.“ Ein besonderes Highlight ist ein 100-jähriger isländischer Stummfilm mit neuer Filmmusik.
Wettbewerb und Rahmenprogramm
Der Spielfilmwettbewerb bietet eine vielfältige Mischung: vom zeitgenössischen Sozialdrama mit Laiendarstellern bis hin zu historischen Stoffen mit hochkarätiger Besetzung. Kufahl ist gespannt auf die Juryentscheidung. In diesem Jahr gibt es keine Stummfilmkonzerte, dafür aber ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit Ausstellungseröffnungen, Filmgesprächen und den neuen Branchentagen MV in den Schweriner Höfen.
Publikumsfestival mit Anspruch
„Wir verstehen uns als filmkulturelles Aushängeschild des Landes“, sagt Kufahl. „Unser Ziel ist es, sowohl Kinder als auch 90-Jährige glücklich zu machen, Cineasten und Filmschaffende. Gastfreundschaft und gute Organisation sind uns wichtig.“ Das Festival vergibt Preise im Wert von über 50.000 Euro. Kufahl freut sich besonders auf die Eröffnung mit Dieter Schumanns Film „Garten der Hoffnung“ und das Filmgespräch mit Lutz Pehnert über seinen Film „Kommunist“, zu dem auch Egon Krenz erwartet wird.



