Genre-Comeback: 'Crime 101' bringt Heist-Thriller mit Starbesetzung zurück ins Kino
Genre-Comeback: 'Crime 101' bringt Heist-Thriller zurück

Genre-Comeback: 'Crime 101' bringt Heist-Thriller mit Starbesetzung zurück ins Kino

Actionfilme und Heist-Thriller, in denen beharrliche Ermittler smarte Gangster jagen, waren jahrzehntelang Kassenschlager im Kino. Klassiker wie Bullitt, Die Thomas Crown Affäre, Driver oder Heat begeisterten mit komplexen Figuren, raffinierten Storys und rasanten Actionszenen. Nach einer längeren Durststrecke bringt Regisseur Bart Layton das Genre nun mit seinem prominent besetzten Spielfilm Crime 101 zurück auf die große Leinwand.

Starbesetzung mit Marvel-Erfahrung

Als Thor und Hulk standen Chris Hemsworth und Mark Ruffalo bereits in The Avengers und anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe gemeinsam vor der Kamera. Dass beide nun in Crime 101 mitspielen, ist kein Zufall. Ich habe ihm eine Textnachricht geschickt, erzählt Hemsworth im Interview. Und ich habe direkt Ja gesagt, ergänzt Ruffalo. Beide sind sich einig, dass solche Filme heute zu selten produziert werden.

Neben Ruffalo sind mit Halle Berry (bekannt aus X-Men) und Barry Keoghan (aus Eternals) zwei weitere Stars mit Marvel-Erfahrung dabei. Mir hat er keine Textnachricht geschickt, scherzt Berry. Hemsworth hat dafür eine einfache Erklärung: Ich hatte deine Nummer nicht.

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Romanvorlage und Handlung

Bart Layton, der sich als Dokumentarfilmer einen Namen gemacht hat, entwickelte bereits als Kind ein Faible für Heist-Movies. Mir wurde klar, dass es dieses ganze Genre von Filmen für Erwachsene gibt, die nicht nur spannend sind, sondern auch zum Nachdenken anregen, sagt der 51-Jährige, der auch das Drehbuch schrieb.

Crime 101 basiert auf dem gleichnamigen Roman des Bestseller-Autors Don Winslow. Im Zentrum der Handlung, die für die Verfilmung von San Diego nach Los Angeles verlegt wurde, steht der Einzelgänger Mike Davis (gespielt von Chris Hemsworth), ein meisterhafter Diamanten-Räuber, der bei seinen penibel geplanten Diebstählen keine Gewalt anwendet und kaum Spuren hinterlässt. Als er sich in Maya (Monica Barbaro) verliebt, die nichts von seinem Doppelleben ahnt, will er aussteigen. Zuvor plant er allerdings noch einen letzten großen Coup.

Komplexe Charaktere und packende Actionszenen

Detective Lou Lubesnick (Mark Ruffalo) meint, in den Überfällen entlang des Highway 101 ein Muster zu erkennen, und ist besessen davon, den Räuber zu schnappen. Seine Ehe mit Angie (Minirolle für Jennifer Jason Leigh) ist am Ende, und seine Karriere stockt. Polizei-Kollegen wollen nicht an Lous Theorie von einer Serie eines einzigen Räubers glauben.

Die frustrierte Versicherungsmaklerin Sharon Colvin (Halle Berry) hofft seit Jahren vergeblich, Partnerin in ihrer Agentur zu werden. Immer wieder wird sie mit Sexismus und Altersdiskriminierung konfrontiert. Nachdem einer ihrer Klienten Opfer eines Diamantenraubs wurde, hat Detective Lubesnick Fragen an Sharon. Kurz darauf lernt sie scheinbar zufällig Mike Davis kennen, der ihr ein unmoralisches Angebot macht.

Mike bekommt unterdessen Konkurrenz. Nachdem er einen geplanten Überfall als zu gefährlich abgelehnt hat, wird sein skrupelloser Auftraggeber Money (Nick Nolte) ungehalten und schickt den jungen, unerfahrenen Gangster Ormon (Barry Keoghan) los.

Starke Performance und filmische Umsetzung

Es geht um echte Charaktere, sagt Layton zutreffend. Zu den drei unterschiedlichen Protagonisten baut man als Zuschauer schnell eine Verbindung auf. Chris Hemsworth überzeugt als stiller, beinahe schüchterner Einzelgänger mit geheimnisvoller Vergangenheit. Halle Berry hat einige der stärksten Szenen im Film, etwa als Sharon ihren Boss zur Rede stellt.

Gelungen sind auch die packenden Actionszenen mit viel PS. Man muss das Gefühl haben, man wäre mittendrin, sagt Regisseur Layton. In vielen Szenen saß sein Star selbst am Steuer. Wenn es so aussieht, als würde Chris Hemsworth mit 130 km/h durch die Innenstadt von L.A. fahren und dabei nur knapp andere Autos verfehlen – dann liegt es daran, dass es tatsächlich Chris Hemsworth ist. Hemsworth bestätigt: Es ist einfach ein ganz anderes Gefühl, eine andere Rauheit und Echtheit auf der Leinwand, wenn es keine Spezialeffekte sind.

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Bart Layton beweist mit Crime 101 ein gutes Gespür für das Filmgenre, das ihm selbst so sehr am Herzen liegt. Das Ende ist nicht perfekt, aber der hervorragend besetzte, coole Heist-Thriller ist durchweg spannend, sieht toll aus und bietet mehr als zwei Stunden beste Unterhaltung.