Isabelle Huppert als Vampir: Französin wollte unbedingt zubeißen in Ottingers 'Die Blutgräfin'
Huppert als Vampir: Wollte unbedingt zubeißen in 'Die Blutgräfin'

Isabelle Huppert als blutrünstige Vampirin in grotesker Komödie

Die französische Filmlegende Isabelle Huppert hat in ihrem neuesten Projekt buchstäblich Blut geleckt. In der grotesken Komödie „Die Blutgräfin“ von Kultregisseurin Ulrike Ottinger verkörpert die 72-jährige Schauspielerin einen Vampir, der mordend durch Wien streift. Bei der Weltpremiere im Rahmen der Berliner Filmfestspiele verriet Huppert: „Es hat großen Spaß gemacht, einen Vampir zu spielen.“ Die Französin betonte, dass man von einer Vampirrolle viel erwarte, doch Ottingers einzigartiger Umgang mit dem Genre habe dem Ganzen eine völlig neue Dimension verliehen.

Ottinger erfüllt Hupperts Wunsch nach richtigem Zubeißen

Regisseurin Ulrike Ottinger, selbst 83 Jahre alt, erzählte dem „Tagesspiegel“ von Hupperts speziellem Wunsch: „Sie sagte: 'Ich möchte mindestens einmal richtig zubeißen!' Den Wunsch habe ich ihr gerne erfüllt.“ Ottinger fügte mit einem Augenzwinkern hinzu, dass Huppert eigentlich mehr Text gewünscht hätte – in französischen Filmen werde ja viel geredet –, aber „ein Vampir sollte nicht so gesprächig sein“. Die Filmemacherin beschrieb Huppert als Schauspielerin, die unbedingt eine authentische Vampirin darstellen wollte, was zu faszinierenden Szenen führte.

Lars Eidinger: Vom erhofften Vampir zum Therapeuten

Ein überraschendes Casting-Erlebnis hatte Lars Eidinger, der im Film den fragwürdigen Therapeuten Theobald Tandem spielt. Der 50-jährige deutsche Schauspieler gestand: „Ich hatte erwartet, ein Vampir zu sein, aber dann schickten sie mir das Drehbuch und es stellte sich heraus, dass ich der Therapeut des Vampirs bin.“ Trotz dieser Überraschung sagte Eidinger zu, weil ihn die Zusammenarbeit mit der visionären Regisseurin Ottinger reizte. Er bewunderte ihre unverwechselbare Punk-Haltung, die sie so authentisch verkörpere wie kaum eine andere Filmschaffende.

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Historische Inspiration und prominente Besetzung

Der Film „Die Blutgräfin“ basiert auf der düsteren Legende der ungarischen Gräfin Elisabeth Báthory, die um 1600 Dutzende Mädchen getötet haben soll, um durch ihr Blut ewige Jugend zu erlangen. Für die Dialoge arbeitete Ottinger mit der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zusammen. Ottinger verriet, dass die Idee zum Drehbuch bereits 1998 entstanden sei – ein Projekt, das nun endlich Realität wurde.

Neben Huppert und Eidinger glänzt eine weitere prominente Besetzung:

  • Tom Neuwirth, besser bekannt als Conchita Wurst, übernimmt mehrere Rollen im Film
  • Birgit Minichmayr spielt die Zofe der blutrünstigen Gräfin
  • Thomas Schubert verkörpert den vegetarischen Vampir Rudi Bubi Baron von Strudl zur Buchtel – eine skurrile Figur mit wunderbarem Namen

Die Weltpremiere in Berlin wurde mit viel Beifall gefeiert, was die besondere Qualität dieser ungewöhnlichen Filmproduktion unterstreicht. Ottingers Werk verbindet historische Gruselgeschichte mit zeitgenössischer Komik und herausragenden schauspielerischen Leistungen – allen voran Isabelle Hupperts leidenschaftlicher Vampir-Darstellung.

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