Italienischer Kino-Hit: Politdrama über fiktiven Präsidenten startet in Deutschland
Italienischer Kino-Hit startet in deutschen Kinos

Italienischer Kino-Hit: Politdrama über fiktiven Präsidenten startet in Deutschland

Über zwei Stunden Film über das eigene Staatsoberhaupt – in Deutschland wäre dies oft ein Kassengift. In Italien hingegen wurde Paolo Sorrentinos neuestes Werk „La Grazia“ zu einem unerwarteten Überraschungserfolg. Das Drama über einen fiktiven italienischen Staatschef hat bereits mehr als 750.000 Kinokarten verkauft und über sieben Millionen Euro eingespielt. Ab dem 19. März kommt das 133-minütige Epos nun auch in die deutschen Kinos.

Verblüffende Parallelen zur Realität

Im Mittelpunkt von Sorrentinos elftem Film steht der italienische Staatschef Mariano de Santis. Obwohl die Figur fiktiv ist, gleicht sie dem amtierenden Präsidenten Sergio Mattarella aufs Haar. Beide sind vornehme Senioren, Juristen, ehemalige Verfassungsrichter und fromme Katholiken. Zudem sind sie Witwer, die oft von ihrer Tochter begleitet werden. Die Realität diente hier eindeutig als Blaupause.

Oscar-Preisträger Sorrentino, bekannt für „La Grande Bellezza – Die große Schönheit“ und seine Beschäftigung mit päpstlichen Themen, macht keinen Hehl aus der Inspiration. Er bestätigt, dass Mattarella das Vorbild war, betont aber auch, dass die Filmfigur Züge früherer Staatschefs wie Giorgio Napolitano trägt. Napolitano, ein ehemaliger Kommunist, war ähnlich beliebt wie Mattarella heute. Der 84-jährige amtierende Präsident erhält bei jedem öffentlichen Auftritt zuverlässig Applaus, was auch international bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Mailand sichtbar wurde.

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Inspiration durch einen wahren Fall

Das Drama basiert auf einem realen Ereignis aus dem Jahr 2018, als Präsident Mattarella einen Mann begnadigte, der seine an Alzheimer erkrankte Frau getötet hatte und zu 14 Jahren Haft verurteilt worden war. Im Film muss de Santis dieselbe schwierige Entscheidung treffen. Die Rolle des Staatschefs wird von Toni Servillo verkörpert, der noch nie so würdevoll agierte. Bei den Filmfestspielen 2025 in Venedig, die mit „La Grazia“ eröffnet wurden, erhielt er dafür den Preis als bester Hauptdarsteller.

Künstlerische Freiheiten und Details

Paolo Sorrentino, 55 Jahre alt, nimmt sich bei aller detailgenauen Schilderung des Daseins eines italienischen Präsidenten auch einige künstlerische Freiheiten. So ist beispielsweise der Papst in seinem Werk eine rein fiktive Figur, die nicht auf realen Vorbildern basiert. Dies unterstreicht die kreative Interpretation des Regisseurs, der trotz der realistischen Grundlage Raum für fiktionale Elemente lässt.

Ein Film, der in Italien die Massen bewegt und zum Gesprächsstoff geworden ist. Ob er auch in Deutschland ähnliche Resonanz finden wird, bleibt abzuwarten. Ab dem 19. März haben deutsche Zuschauer die Gelegenheit, sich selbst ein Bild von diesem politisch und emotional aufgeladenen Drama zu machen.

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