Jessie Buckley als Frankenstein-Braut: Eine rebellische Heldin erobert die Leinwand
Mit ihrer preisgekrönten Leistung in Hamnet hat Jessie Buckley bereits die Filmwelt im Sturm erobert. Nun übernimmt die irische Schauspielerin in The Bride! die Rolle der rebellischen Braut von Frankenstein und setzt damit neue Akzente in der klassischen Monstergeschichte. Unter der Regie von Maggie Gyllenhaal entsteht eine unerwartete Neuinterpretation, die Horror mit gesellschaftskritischen Themen verbindet.
Eine ungewöhnliche Frankenstein-Adaption
Wer bei The Bride! eine traditionelle Verfilmung der Mary-Shelley-Vorlage erwartet, wird positiv überrascht. Der Film spielt in den USA der 1930er Jahre und folgt Frankenstein's Monster, genannt Frank, gespielt von Christian Bale. Anders als in früheren Adaptionen ist Frank kein brutaler Killer, sondern ein einsamer Musicalfan, der sich an die Wissenschaftlerin Dr. Euphronious (Annette Bening) wendet. Gemeinsam beleben sie eine Leiche wieder, die Frank heiraten soll.
Die wiederbelebte Braut erhält den Namen Penélope, obwohl sie in ihrem früheren Leben Ida hieß. Doch mit ihrer impulsiven und rebellischen Art stellt sie Franks Pläne auf den Kopf. Statt sich unterzuordnen, haucht sie seinem ruhigen Leben neue Energie ein und zieht ihn ungewollt in gefährliche Abenteuer. Aus dem Musicalfan wird wieder das Monster, das gemeinsam mit Penélope vor der Polizei fliehen muss.
Buckleys beeindruckende Doppelrolle
Jessie Buckley meistert in The Bride! eine anspruchsvolle Doppelrolle. Einerseits verkörpert sie die wiederbelebte Braut mit ihrer dunklen Vergangenheit, andererseits den Geist von Autorin Mary Shelley, der in ihrem Kopf wohnt und ihre rebellische Ader weckt. Dieser innere Konflikt treibt die Handlung voran und gibt dem Film eine tiefere psychologische Dimension.
Buckleys schauspielerische Leistung zieht die Zuschauer in den Bann, besonders in intensiven Monologen, bei denen sie zeitweise die gesamte Kinoleinwand ausfüllt. Ihr Zusammenspiel mit Christian Bale überzeugt sowohl in Dialogen als auch in gemeinsamen Tanzeinlagen. Obwohl der Horrorfaktor etwas zurückhaltend bleibt, sorgt die chemische Reaktion zwischen den beiden Hauptdarstellern für fesselnde Unterhaltung.
Feministische Untertöne in den 1930er Jahren
The Bride! überrascht vor allem durch seine feministischen Themen. Die Handlung konzentriert sich nicht nur auf die Flucht der beiden Monster, sondern auch auf den Aufstand gegen gewalttätige Männer. Penélope Cruz spielt Detektivin Myrna Mallow, die trotz ihrer offiziellen Position als Sekretärin die Suche nach Frank und der Braut selbstständig leitet und dabei die sexistischen Vorurteile ihrer Zeit herausfordert.
Für Buckleys Protagonistin sind es stets Männer, die ihr mit sexuellen Übergriffen gefährlich werden. Diese Erfahrungen haben dazu geführt, dass sie vor ihrer Wiederbelebung überhaupt erst tot im Grab landete. Die innere Stimme von Mary Shelley treibt die Braut dazu an, sich nicht den Wünschen anderer zu fügen und sich notfalls mit blutiger Gewalt zu wehren.
Eine Braut mit eigener Identität
Die zentrale Frage des Films lautet: Wer ist diese Frau wirklich? Ist sie Ida aus ihrem vergangenen Leben, die wiederbelebte Penélope oder doch Frankensteins Braut? In einer Schlüsselszene gibt sie die klare Antwort: Nein. Nur die Braut. Damit betont der Film ihre eigenständige Identität jenseits der Definitionen durch Männer.
Mit einem herausragenden Cast, darunter auch Jake Gyllenhaal als Musicalstar Ronnie Reed, und einer intelligenten Drehbuchadaption gelingt Maggie Gyllenhaal eine frische Interpretation des Frankenstein-Stoffs. The Bride! verbindet Genre-Elemente mit gesellschaftskritischen Botschaften und bietet Jessie Buckley eine Plattform, ihr vielseitiges Talent unter Beweis zu stellen.



