Das Theater Erfurt hat Jules Vernes weltbekannten Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“ als Oper inszeniert – nach eigenen Angaben als deutsche Erstaufführung. Die musikalische Version des britischen Komponisten Jonathan Dove feierte am Abend ihre Premiere und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Das Ensemble musste mehrfach für den anhaltenden Applaus auf die Bühne zurückkehren.
Handlung mit modernen Figuren
Anders als im Roman treten in der eineinhalbstündigen Oper die Figuren Max und Josi auf, die in der heutigen Zeit leben. Nach einem Streit mit seiner Freundin Josi gerät Max wie durch Zauberhand in das Buch von Jules Verne. Im Jahr 1872 angekommen, hilft er dem exzentrischen Phileas Fogg, die Welt in 80 Tagen zu umrunden und eine Wette zu gewinnen. Während die beiden eine abenteuerliche Reise durch die Kolonialzeit unternehmen, taucht Josi aus der Gegenwart immer wieder auf und thematisiert soziale und Klimaprobleme.
Besetzung und Inszenierung
Die Hauptrollen wurden von Rafael Helbig-Kostka (Max), Johannes Schwarz (Phileas Fogg) und Candela Gotelli (Josi) gesungen. Inszeniert wurde die Oper von Nina Kühner, die die Reise als abenteuerliche Tour von Ägypten über Indien, Hongkong, New York bis nach London gestaltete. Nina Peller sorgte mit einer Drehbühne und traditioneller Theatermaschinerie für ein Gefühl der Ortswechsel. Die Kostüme entwarf Benita Roth, die musikalische Leitung hatte Clemens Fieguth.
Die Oper bietet eine gelungene Mischung aus Abenteuer, Humor und kritischen Gegenwartsbezügen, die das Publikum sichtlich zu schätzen wusste.



