Hollywood-Legende Kim Novak lehnt Besetzung für Biopic über ihr Leben ab
In der Filmwelt Hollywoods hat sich eine bemerkenswerte Kontroverse entwickelt. Die 93-jährige Schauspielerin Kim Novak, bekannt aus Alfred Hitchcocks Klassiker "Vertigo – Aus dem Reich der Toten", äußert sich deutlich gegen das geplante Biopic über ihr Leben mit dem Titel "Scandalous". Besonders kritisch sieht sie die Wahl der Hauptdarstellerin.
„Sydney Sweeney ist die völlig falsche Wahl“
In einem exklusiven Interview mit der britischen Zeitung "Times" ließ die Hollywood-Ikone kein gutes Haar an der Besetzungsentscheidung. Sydney Sweeney, die 28-jährige Schauspielerin aus der Serie "Euphoria", soll Novak in dem Film verkörpern. Doch Novak erklärte unmissverständlich: "Ich hätte das nie genehmigt!" und fügte hinzu: "Sydney Sweeney ist die völlig falsche Wahl, um mich zu spielen."
Die Kritik der älteren Schauspielerin richtet sich dabei auf mehrere Aspekte. Zum einen bemängelt sie körperliche Unterschiede, wobei sie spitz bemerkte, Sweeney steche "oberhalb der Taille einfach zu sehr heraus". Damit spielt sie auf die üppige Oberweite der jüngeren Kollegin an, über die Sweeney selbst bereits öffentlich gesprochen hat.
Bedenken zur inhaltlichen Ausrichtung des Films
Doch nicht nur äußerliche Aspekte bereiten Novak Sorgen. Die Schauspielerin fürchtet, dass der Film ihre damalige, kontroverse Affäre mit dem Entertainer Sammy Davis Jr. in den 1950er-Jahren zu sehr sexualisieren könnte. Novak betont, ihre eigene Erinnerung an die Beziehung sei eine andere, viel tiefere seelische Verbindung gewesen.
"Wir hatten vor allem unglaublich viel gemeinsam", erklärte Novak. "Natürlich würde es als sexuelle Beziehung gezeigt werden – Sydney Sweeney wirkt ständig sexy." Die junge Schauspielerin ist tatsächlich für ihre verführerischen Rollen bekannt, gründete kürzlich ihre eigene Dessous-Firma und posiert selbst als Model für die Unterwäsche-Kollektion.
Historischer Kontext der Beziehung
Novak nimmt in ihren Äußerungen auch Bezug auf den historischen Kontext ihrer Beziehung zu Sammy Davis Jr. In einer von Rassismus geprägten Zeit stellte die Liebe zu einem schwarzen Mann ein Tabu dar, das von den Filmbossen der damaligen Zeit kritisch beäugt wurde.
"Ich denke nicht, dass die Beziehung skandalös war", so Novak weiter. "Wir hatten so viel gemeinsam, auch das Bedürfnis, für das akzeptiert zu werden, was wir sind und was wir tun – und nicht nur dafür, wie wir aussehen." Bereits im Jahr 2025 hatte sie den Filmtitel "Scandalous" kritisiert.
Produktionsdetails und weitere Besetzung
Das Biopic soll von Colman Domingo inszeniert werden, während der britische Schauspieler David Jonsson die Rolle von Sammy Davis Jr. übernehmen wird. Ein konkreter Drehstart steht bisher noch aus, doch die deutliche Kritik von Kim Novak sorgt bereits jetzt für erhebliche Aufmerksamkeit in der Filmwelt.
Die Kontroverse zeigt, wie sensibel die Darstellung historischer Persönlichkeiten und ihrer Beziehungen im Film sein kann. Während Produzenten und Regisseure oft künstlerische Freiheiten beanspruchen, behalten sich die porträtierten Personen oder ihre Nachkommen das Recht vor, ihre eigene Geschichte anders zu sehen und zu bewerten.
Die öffentliche Auseinandersetzung zwischen der Hollywood-Legende und den Machern des Biopics dürfte die Aufmerksamkeit für den Film deutlich steigern, noch bevor überhaupt mit den Dreharbeiten begonnen wurde. Es bleibt abzuwarten, ob die Produzenten auf die Kritik reagieren oder an ihrer Besetzungsentscheidung festhalten werden.



