Kinoabend im Café Scheune: Umstrittener Riefenstahl-Film in Wredenhagen
Das Café Scheune in Wredenhagen verwandelt sich am kommenden Freitag, dem 13. März, ab 20 Uhr in ein ungewöhnliches Kino. Veranstalter und Scheunen-Chef Hansi Witt lädt zu einem besonderen Filmabend ein, bei dem noch Plätze frei sind. Im Mittelpunkt steht der viel diskutierte Dokumentarfilm "Riefenstahl" des deutschen Regisseurs Andreas Veiel.
Neues Archivmaterial beleuchtet komplexe Beziehung zum NS-Regime
Der Film nimmt die Zuschauer mit auf eine tiefgehende Untersuchung der ambivalenten Figur Leni Riefenstahl. Anhand von bisher unveröffentlichtem Material aus Archiven und ihrem Nachlass analysiert Veiel die widersprüchliche Position der Filmemacherin. Einerseits wurde sie für ihre herausragenden ästhetischen Fähigkeiten gefeiert, andererseits inszenierte sie Propagandafilme für das Nazi-Regime.
Hansi Witt beschreibt den Film als eine Pendelbewegung zwischen "verklärter Darstellung und belastenden Beweisen". Der Regisseur zeigt auf, dass Riefenstahl sehr wohl über die Gräueltaten des Hitler-Regimes Bescheid wusste, obwohl sie dies nach Kriegsende stets abstritt.
Nachlass offenbart differenzierteres Bild der umstrittenen Künstlerin
Erst nach ihrem Tod im Jahr 2003 ermöglichte der umfangreiche Nachlass ein differenzierteres Verständnis ihrer Person. Die Dokumentation stellt kritische Fragen nach der moralischen Verantwortung von Künstlern in diktatorischen Systemen und beleuchtet, wie Riefenstahl mit ihrer künstlerischen Begabung das NS-Regime unterstützte.
Der Kinoabend im Café Scheune bietet damit nicht nur Unterhaltung, sondern auch anspruchsvolle Auseinandersetzung mit einem dunklen Kapitel deutscher Filmgeschichte. Die Veranstaltung unterstreicht die kulturelle Vielfalt der Region und zeigt, wie auch kleinere Orte bedeutende filmische Werke präsentieren können.



