Menowin Fröhlich gewinnt DSDS nach 16 Jahren – Triumph mit Tränen
Menowin Fröhlich: DSDS-Sieg nach 16 Jahren

Köln – Die Konfetti-Kanonen feuern um kurz vor Mitternacht im Kölner Studio 53, als Menowin Fröhlich sich auf den mit Goldblättchen bedeckten Boden fallen lässt. Der 38-jährige Sänger weint in den Armen von Juryboss Dieter Bohlen: 16 Jahre nach seiner traumatischen Final-Niederlage gewinnt er endlich die RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ und findet einen tröstlichen Abschluss.

Ein langer Weg zum Sieg

„Ich wollte dieses Kapitel einfach nur abschließen. Und es hat sich ausgezahlt“, sagt ein völlig in sich ruhender Sieger eine halbe Stunde nach dem Ende der Show der Deutschen Presse-Agentur. Während die Mitarbeiter den Studioboden besenrein machen und die anderen Kandidaten bereits auf der After-Show-Party feiern, erinnert sich Fröhlich an seine DSDS-Teilnahme 2010 – nach 2005 bereits die zweite.

Das Trauma von 2010

Damals ging er als klarer Favorit ins Finale, gewann alle Liveshows und riss bei der Verkündung schon die Arme in die Höhe – nur um dann völlig überraschend gegen Mehrzad Marashi zu verlieren. Überschattet wurden seine Auftritte von Drogenskandalen und Gefängnisaufenthalten, die in den Medien immer wieder thematisiert wurden und ihm den Sieg kosteten.

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„Es hat mir wehgetan“, sagt Fröhlich rückblickend. „Ich habe mir oft die alten Videos angeguckt und gesehen, wie ich mit Menschen umgegangen bin, wie ich geredet und wie vielen Leuten ich vor den Kopf gestoßen habe. Ich hätte das damals auch schon gewinnen können, denke ich. Nur, dann wäre ich heute nicht mehr am Leben.“

Ein gereifter Sieger

Heute wirkt der 38-Jährige, der bald zum neunten Mal Vater wird, mit sich im Reinen. Er arbeite weiter an seinen Macken und gehe zur Therapie. Vor allem möchte er anderen Menschen zeigen, dass man nach Niederlagen wieder aufstehen kann. „Die Chance, die ich bekommen habe, habe ich wahrgenommen und ich muss niemandem mehr etwas beweisen – will ich auch nicht.“

Das Finale: Mehr als nur Fröhlich

Die über dreieinhalbstündige Liveshow bot noch weitere Highlights: Star-Geiger David Garrett, DSDS-Dauerkandidat Menderes und Dieter Bohlen selbst traten mit „You're My Heart, You're My Soul“ auf. Die zweitplatzierte Constance Dizendorf (19) aus dem Kreis Böblingen entwickelte sich von einer schüchternen Teenagerin zu einer beeindruckenden Sängerin, die nicht nur Rapper Bushido in der Jury verzauberte.

Der Dritte Tyrell Hagedorn (19) aus Oranienburg – für Bohlen das „Überraschungsei bei DSDS“ – sang sich als Sonnyboy mit Zahnpasta-Lächeln in die Herzen vieler Zuschauer und machte nebenbei sein Abitur. Auf den weiteren Plätzen landeten Paco Simic (23) aus Österreich und der in Koblenz lebende Abii Faizan (24).

Bohlen: „Absoluter Aufreger“

Schon beim Casting, bei dem Fröhlich eigentlich nur seine Tochter begleiten wollte und dann selbst vor dem Jury-Pult sang, bemerkte Bohlen: „Da haben wir natürlich einen absoluten Aufreger: Menowin is back.“ In sozialen Medien wurde eine Inszenierung und ein Regelbruch diskutiert, da Fröhlich bereits in Liveshows gestanden hatte. RTL bestritt jedoch eine solche Regel. Dem Sender dürfte die Rückkehr des Enfant Terrible der Show gelegen gekommen sein – den Quoten hat es nicht geschadet.

Verdienter Sieg

Stimmlich hat Fröhlich den Sieg, der ihm einen Plattenvertrag und 100.000 Euro einbringt, auf jeden Fall verdient. Im Finale performte er Michael Jacksons „Billie Jean“ (wie schon 2010) und seinen eigenen Titel „Mercy On Me“. Dabei waren Spaß, Wille und Erfahrung deutlich spürbar.

DSDS geht im kommenden Jahr mit der 23. Staffel weiter. In der Jury sitzen dann erneut Urgestein Bohlen, Ballermann-Sängerin Isi Glück und Bushido. Ob die Macher erneut eine solche Heldengeschichte bieten können, bleibt abzuwarten.

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