Michael Mittermeier eröffnet Comedy-Club in Wien: „Ich kriege regelmäßig Shitstorms“
Mittermeier: Comedy-Club in Wien trotz Shitstorms

Michael Mittermeier startet mit 60 neuen Lebensabschnitt in Wien

An seinem 60. Geburtstag am 3. April dachte Michael Mittermeier nicht ans Aufhören, sondern an einen Neuanfang. Der bayerische Comedian eröffnete jetzt in der österreichischen Hauptstadt Wien einen Ableger seines Münchner Lucky Punch Comedy Club. Dieses Projekt ist eine echte Familiensache: Während seine Ehefrau Gudrun (56) hinter den Kulissen die organisatorischen Fäden zieht, wird Mittermeier selbst Anfang Mai erstmals auf der neuen Bühne stehen.

Nachwuchstalente aus Österreich im Fokus

Der Schwerpunkt des neuen Comedy-Clubs liegt jedoch nicht auf dem Star selbst, sondern auf der Förderung junger Comedians aus Österreich. „Die jungen Comedians erzählen von sich und wie sie die Welt sehen. Das ist total geil“, schwärmt Mittermeier im Gespräch. „Es ist auch eine Win-win-Situation, weil mich die Jungen inspirieren. Ich muss ja auch abliefern, das geht nicht mit Altherrenwitzen.“ Für den erfahrenen Komiker ist der Austausch mit der nächsten Generation eine wichtige Quelle der Inspiration und hält ihn selbst jung im Denken.

Offener Umgang mit der Wokeness-Debatte

In der aktuellen Diskussion um politische Korrektheit und Cancel Culture positioniert sich Mittermeier klar. Während viele Kollegen über vermeintliche Denkverbote klagen, sieht der Comedian mit 40 Jahren Bühnenerfahrung die Dinge anders. „Unser Job ist es, die Leute zum Lachen zu bringen, nicht rumzujammern“, betont er entschieden. „Es war ja immer so, dass Comedians an die Grenze gehen. Und man geht auch mal drüber.“

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Mittermeier spricht offen über seine eigenen Erfahrungen: „Ich kriege regelmäßig Shitstorms. Du darfst auch heute alles sagen, du kriegst dann halt mehr Shitstorm. Du musst einfach so lustig sein, dass es dir egal ist.“ Für ihn ist Humor kein Bereich, der vor Kontroversen geschützt werden sollte, sondern lebt gerade von der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen.

Innerer Kompass statt Selbst-Zensur

Statt sich von äußeren Erwartungen leiten zu lassen, vertraut Mittermeier auf sein eigenes Gefühl. „Ich habe einen inneren Kompass und er richtet sich ja auch nach der Zeit aus, in der ich mich gerade befinde“, erklärt der Bayer. „Der Kompass war vor 30 Jahren ein anderer als jetzt, weil andere Themen da sind und andere Gefahren.“

Die politische Entwicklung in Deutschland beeinflusst dabei durchaus seine künstlerischen Entscheidungen: „Wenn du siehst, wie die Rechten in Deutschland mit billigsten Parolen, aber mit null Politangebot immer weiter nach vorne kommen, bin ich als Mensch anders und überlege anders.“ Für Mittermeier bedeutet professioneller Humor nicht Beliebigkeit, sondern eine bewusste Auseinandersetzung mit der Gegenwart.

Mit 60 Jahren zeigt Michael Mittermeier, dass Alter keine Rolle spielt, wenn der Humor stimmt. Sein neuer Comedy-Club in Wien wird nicht nur eine Plattform für österreichischen Nachwuchs, sondern auch ein Ort bleiben, an dem kontroverse Themen mit Witz und Tiefgang behandelt werden können.

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